Depression

Was ist eine Depression?

Vorübergehende depressive Verstimmungen kennt fast jeder Mensch – etwa bei Stress, Verlusten oder schweren Belastungen. Eine Depression liegt jedoch vor, wenn über mindestens zwei Wochen hinweg eine anhaltend gedrückte Stimmung besteht, Freude und Interesse deutlich nachlassen und der Antrieb stark reduziert ist.

Depressionen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen und können Menschen in jedem Lebensalter betreffen. Eine genaue Diagnose wird durch eine klinisch-psychologische oder ärztliche Abklärung gestellt und bildet die Grundlage für eine passende Behandlung.

Die verschiedenen Gesichter der Depression

Depressive Episode

Eine depressive Episode kann leicht, mittelgradig oder schwer ausgeprägt sein. Viele Betroffene erleben nur eine einzelne Phase, bei anderen kommt es zu wiederholten Episoden. Mit geeigneter Therapie endet eine depressive Episode bei rund 75 % der Betroffenen vollständig.

Dysthymia

Eine chronische, meist mildere depressive Verstimmung, die über mindestens zwei Jahre anhält. Betroffene fühlen sich häufig dauerhaft erschöpft und freudlos.
Rezidivierende Depression

Hier treten mehrere depressive Episoden mit symptomfreien Phasen dazwischen auf. Rückfallprophylaxe ist besonders wichtig.

Saisonale Depression (Herbst-/Winterdepression)

Bei der rezidivierenden depressiven Störung kommt es zu wiederholten depressiven Episoden, wobei zwischen den Episoden längere Phasen ohne depressive Symptome vorhanden sind. Allgemein kann man sagen, dass bei wiederholtem Auftreten einer Depression die Symptome immer stärker ausgeprägt sind. Deshalb ist es von besonderer Bedeutung, eine wirkungsvolle Rückfallprophylaxe zu betreiben.

Bipolare affektive Störung (Manisch-depressive Störung)

Bei der bipolaren affektiven Störung handelt es sich um wiederholte Episoden bei denen wechselweise eine gehobene Stimmung mit gesteigerter Aktivität (manische Episode) und eine Stimmungssenkung mit vermindertem Antrieb (Depression) vorhanden ist. Die manischen Phasen beginnen meist plötzlich und dauern zwischen 2 Wochen und 5 Monaten. Die depressiven Phasen dauern durchschnittlich 6 Monate.

Ursachen von Depressionen

Die Ursachen von Depressionen sind vielfältig. Heute geht man davon aus, dass das gemeinsame Auftreten verschiedene Faktoren zur Ausprägung einer Depression führt (multifaktoriell). Als wichtige Ursachen sind vor allem belastende Lebensereignisse wie Arbeitswechsel, Arbeitsverlust, Tod von nahestehenden Personen, Stress, chronische Erkrankungen etc. zu nennen.
Depression entsteht meist durch das Zusammenwirken mehrerer Faktoren:

  • Belastende Lebensereignisse (z. B. Verlust, Stress, Krankheit)
  • Negative Denkmuster und Grübelprozesse
  • Belastende Erfahrungen in Kindheit und Jugend
  • Genetische Anfälligkeit
  • Lichtmangel bei saisonaler Depression

Behandlungsmöglichkeiten

Psychologische Therapie

Die psychologische Therapie setzt sich aus verschiedenen Ansatzupunkten zusammen.

Zentrale Methoden sind:

Ziel ist es, belastende Gedanken zu erkennen, neue Perspektiven zu entwickeln und Lebensfreude wieder aufzubauen.

Neurofeedback

Mit Hilfe von Neurofeedback  lernen die Patient:innen ihre Gehirnwellen zu verändern und dadurch die Stimmung nachhaltig zu verbessern. Bei depressiven Personen ist häufig ein Überwiegen von langsamen Wellen vorhanden (Theta) bzw. eine Verschiebung der natürlichen Verteilung zwischen linker und rechter Gehirnhälfte (Hemisphäre).
Mit Neurofeedback wird gelernt, die Gehirnwellen ins Gleichgewicht zu bringen. Langsame Wellen, insbesondere im Frontalbereich, werden reduziert, und die natürliche Verteilung bestimmter Wellenmuster in den linken und rechten Gehirnhemisphären wird wiederhergestellt. Beta wird in der linken Hemisphäre erhöht, Alpha in der linken Hemisphäre reduziert (wenn dies dort vorhanden ist; das betrifft einen Subtyp von depressiven Personen).
Dadurch werden die „Fehlfunktionen“ des Gehirns korrigiert und das Bewusstsein nachhaltig verändert. Es gelingt dann besser, sich mehr auf die positiven Aspekte des Lebens einzulassen und in weiterer Folge das Leben wieder genießen zu können.

Medikamentöse Therapie

Bei der medikamentösen Therapie kommen sogenannte Antidepressiva zum Einsatz. Heute werden vor allem SSRI (selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer) und SNRI (Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer) eingesetzt, die sich durch geringere Nebenwirkungen auszeichnen. Zu Beginn der Therapie werden somit vor allem die Nebenwirkungen und weniger die eigentlichen Wirkungen verspürt; nach einigen Wochen lassen die Nebenwirkungen nach und die gewünschte Wirkung setzt ein. Es ist wichtig, dass sich der Patient auf diese „Anfangsprobleme“ einstellt, um die Therapie nicht frühzeitig abzubrechen. Bei Problemen sollte jedoch der behandelnde Arzt informiert und etwaige Medikamentenänderungen besprochen werden. Die Dauer der Einnahme beträgt im Allgemeinen mindestens 6 Monate, um vorzeitige Rückfälle zu vermeiden.

Weitere Ansätze

Selbsthilfe bei Depressionen

  • Struktur im Alltag schaffen
  • Angenehme Aktivitäten bewusst einplanen
  • Bewegung und Tageslicht nutzen
  • Soziale Unterstützung annehmen
  • Gesunden Lebensstil fördern

Wenn Beschwerden anhalten, sollte professionelle Hilfe in Anspruch genommen werden.

BLOG-Artikel:

https://www.schmid-schmid.at/blog/aktuelles/achtsamkeits-meditation-wirkt-gleich-wirksam-wie-antidepressiva