Was ist eine Depression?
Vorübergehende depressive Verstimmungen kennt fast jeder Mensch – etwa bei Stress, Verlusten oder schweren Belastungen. Eine Depression liegt jedoch vor, wenn über mindestens zwei Wochen hinweg eine anhaltend gedrückte Stimmung besteht, Freude und Interesse deutlich nachlassen und der Antrieb stark reduziert ist.
Depressionen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen und können Menschen in jedem Lebensalter betreffen. Eine genaue Diagnose wird durch eine klinisch-psychologische oder ärztliche Abklärung gestellt und bildet die Grundlage für eine passende Behandlung.
Die verschiedenen Gesichter der Depression
Depressive Episode
Dysthymia
Eine chronische, meist mildere depressive Verstimmung, die über mindestens zwei Jahre anhält. Betroffene fühlen sich häufig dauerhaft erschöpft und freudlos.
Rezidivierende Depression
Hier treten mehrere depressive Episoden mit symptomfreien Phasen dazwischen auf. Rückfallprophylaxe ist besonders wichtig.
Saisonale Depression (Herbst-/Winterdepression)
Bei der rezidivierenden depressiven Störung kommt es zu wiederholten depressiven Episoden, wobei zwischen den Episoden längere Phasen ohne depressive Symptome vorhanden sind. Allgemein kann man sagen, dass bei wiederholtem Auftreten einer Depression die Symptome immer stärker ausgeprägt sind. Deshalb ist es von besonderer Bedeutung, eine wirkungsvolle Rückfallprophylaxe zu betreiben.
Bipolare affektive Störung (Manisch-depressive Störung)
Bei der bipolaren affektiven Störung handelt es sich um wiederholte Episoden bei denen wechselweise eine gehobene Stimmung mit gesteigerter Aktivität (manische Episode) und eine Stimmungssenkung mit vermindertem Antrieb (Depression) vorhanden ist. Die manischen Phasen beginnen meist plötzlich und dauern zwischen 2 Wochen und 5 Monaten. Die depressiven Phasen dauern durchschnittlich 6 Monate.
Ursachen von Depressionen
- Belastende Lebensereignisse (z. B. Verlust, Stress, Krankheit)
- Negative Denkmuster und Grübelprozesse
- Belastende Erfahrungen in Kindheit und Jugend
- Genetische Anfälligkeit
- Lichtmangel bei saisonaler Depression
Behandlungsmöglichkeiten
Psychologische Therapie
Die psychologische Therapie setzt sich aus verschiedenen Ansatzupunkten zusammen.
Zentrale Methoden sind:
- kognitiven Umstrukturierung (Veränderung negativer Denkmuster)
- Ressourcenaktivierung
- Achtsamkeit
- Gesprächstherapie
- Hypnose
Ziel ist es, belastende Gedanken zu erkennen, neue Perspektiven zu entwickeln und Lebensfreude wieder aufzubauen.
Neurofeedback
Medikamentöse Therapie
Weitere Ansätze
- Aminosäuren und orthomolekulare Medizin
- Phytotherapie (Pflanzenmedizin)
- Lichttherapie bei Herbst-/Winterdepression
Selbsthilfe bei Depressionen
- Struktur im Alltag schaffen
- Angenehme Aktivitäten bewusst einplanen
- Bewegung und Tageslicht nutzen
- Soziale Unterstützung annehmen
- Gesunden Lebensstil fördern
Wenn Beschwerden anhalten, sollte professionelle Hilfe in Anspruch genommen werden.
