Kognitive Umstrukturierung

„Nicht die Dinge an sich beunruhigen uns, sondern die Meinungen, die wir über die Dinge haben.“ (Epiktet)

 

Bei der kognitiven Umstrukturierung geht es darum, bestimmte negative Gedanken zu identifizieren, die häufig mitverantwortlich für die Auslösung oder Verschlechterung von Ängsten, Depressionen und anderen psychischen Beschwerden sind.

So neigen depressive Personen oft dazu, sich selbst übermäßig zu kritisieren („Ich werde das nie schaffen.“, „Ich bin Schuld an allem.“, etc.), und unangenehme Erfahrungen eigenen psychischen, moralischen oder körperlichen Mängeln zuzuschreiben.

Bei Angstzuständen werden unangenehme körperliche Empfindungen, wie Herzklopfen oder Druckgefühl auf der Brust meist als extrem bedrohlich bewertet („Ich bekomme einen Herzinfarkt.“, „Ich falle um.“, „Ich werde verrückt.“, etc.). Dadurch wird der Teufelskreis der Angst weiter aufgeschaukelt und die Angst wird immer größer. Diese negativen Gedanken sind häufig übermäßig stark vorhanden und der momentanen Situation nicht angemessen.

Durch die kognitive Umstrukturierung werden gemeinsam mit dem Klinischen Psychologen andere Sichtweisen einer Situation erarbeitet. Die negativen Gedanken werden auf ihre Angemessenheit hin überprüft und Auswege aus dem negativen Gedankenkreis entwickelt.

Diesen negativen Gedanken übergeordnet sind bestimmte Einstellungen einer Person (Schemata), die darüber entscheiden, wie wir mit bestimmten Situationen und Problemen umgehen. Ein Schemata könnten z.B. lauten: „Ich darf mir keine Fehler erlauben und muss immer 100% funktionieren.“ Durch diese Einstellung entsteht häufig ein starker Druck und jeder kleinste Fehler wird bereits als Versagen empfunden. Dadurch wird ein
Dauerstress erzeugt, verbunden mit immer wiederkehrenden Frustrationen, da Fehler schließlich nicht verhindert werden können. Ohne es selbst zu wissen, können somit bestimmte Einstellungen zu Problemen führen. Da diese Einstellungen (Schemata) oft seit der Kindheit vorhanden sind, sind sie häufig nicht bewusst und bedürfen somit einer Unterstützung von außen, um sie erkennen und verändern zu können.