Trauma und Posttraumatische Belastungsstörung

Ein psychisches Trauma entsteht, wenn ein belastendes Ereignis die persönlichen Bewältigungsgrenzen übersteigt und nicht ausreichend verarbeitet werden kann.

Typische Auslöser sind:

  • Naturkatastrophen (z. B. Überschwemmungen)
  • Unfälle oder schwere Erkrankungen
  • Gewalt oder Missbrauch
  • Kriegserlebnisse
  • Verlust nahestehender Personen

Nicht jeder Mensch entwickelt nach solchen Ereignissen eine Traumafolgestörung. Wenn Symptome jedoch anhalten oder sich verstärken, kann eine Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) entstehen.

Typische Symptome

  • Wiedererleben des Traumas (Flashbacks, Albträume)
  • Vermeidung von Erinnerungsreizen
  • erhöhte innere Anspannung und Schreckhaftigkeit
  • Schlafprobleme
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Ängste oder depressive Stimmung
  • Leistungsprobleme im Alltag

Manchmal zeigen sich die Folgen auch indirekt, etwa durch:

  • Suchtverhalten
  • Essstörungen
  • starke emotionale Instabilität

Die Beschwerden können unmittelbar nach dem Ereignis auftreten – oder erst Wochen bzw. Monate später.

Wie wird ein Trauma behandelt?

Traumatherapie erfolgt meist in mehreren Phasen:

  1. Stabilisierung

Ziel ist es, Sicherheit und emotionale Stabilität wiederherzustellen.
Dazu gehören:

  • Atem- und Entspannungstechniken
  • Distanzierungsübungen
  • Aufbau von inneren „Wohlfühlorten“
  • Psychoedukation über Trauma und Stressreaktionen
  1. Traumabearbeitung

In dieser Phase wird das belastende Erlebnis behutsam verarbeitet.
Bewährte Methoden sind:

  • schrittweise Konfrontation (Exposition)
  • Hypnotherapie
  • narrative Traumatherapie
  • Ressourcenaktivierung

Ziel ist es, das Trauma emotional und kognitiv einzuordnen und seine belastende Wirkung zu reduzieren.

  1. Integration und Neuorientierung

Nach erfolgreicher Verarbeitung geht es darum:

  • neue Perspektiven zu entwickeln
  • Selbstwirksamkeit zu stärken

Lebensqualität und Alltagssicherheit wieder aufzubauen

Narrative Expositionstherapie (NET)

Die Narrative Expositionstherapie ist eine wissenschaftlich fundierte Methode zur Behandlung von PTBS und komplexen Traumatisierungen.

Dabei erzählen Betroffene ihre Lebensgeschichte in strukturierter Form. Traumatische Ereignisse werden in einen größeren biografischen Zusammenhang eingeordnet und emotional verarbeitet.

Typische Schritte sind:

  • Erstellung eines chronologischen Lebensberichts
  • gezielte Bearbeitung traumatischer Ereignisse
  • kontrollierte Exposition gegenüber belastenden Erinnerungen
  • Neubewertung und Integration
  • Aktivierung persönlicher Ressourcen

Diese Therapie kann bereits in relativ kurzer Zeit (z. B. innerhalb von etwa 15 Sitzungen) deutliche Verbesserungen erzielen und lässt sich gut mit anderen therapeutischen Verfahren kombinieren.

Fallbeispiel Traumatherapie mit Hypnose

aus „Nicht immer denken. Die Kraft von Achtsamkeit, Stille und Konzentration.“ (2014) von Dr. Norman Schmid

Fallbeispiel Traumatherapie aus Nicht immer denken

zum Webshop