Tics sind plötzlich auftretende, unwillkürliche Bewegungen oder Lautäußerungen. Typische Beispiele sind Augenblinzeln, Kopfschütteln, Räuspern oder impulsartiges Ausrufen von Wörtern.
Die Symptome treten meist schubweise auf, sind schwer kontrollierbar und können die Lebensqualität deutlich beeinträchtigen.
Die schwerste Form der Tic-Störung ist das Tourette-Syndrom, bei dem mehrere motorische und vokale Tics kombiniert auftreten.
Wie häufig sind Tic-Störungen?
Tics treten besonders häufig im Kindesalter auf und betreffen Buben häufiger als Mädchen.
Bei vielen Kindern verschwinden die Symptome nach einiger Zeit von selbst. Wenn Tics jedoch über mehrere Monate bestehen bleiben oder stark ausgeprägt sind, sollte eine fachliche Abklärung durch eine:n Arzt/Ärztin und eine:n klinischen Psychologen/Psychologin erfolgen.
Formen von Tic-Störungen
- Einfache motorische Tics: Augenblinzeln, Schulterzucken, Grimassieren
- Einfache vokale Tics: Räuspern, Hüsteln, Schniefen
- Komplexe motorische Tics: Körperverdrehungen oder ungewöhnliche Bewegungsabläufe
- Komplexe vokale Tics: Impulsives Ausrufen von Wörtern oder kurzen Sätzen
- Tourette-Syndrom: Kombination aus motorischen und vokalen Tics
Chronische und vorübergehende Tic-Störung
- Vorübergehende Tic-Störung: Tics bestehen mindestens 4 Wochen, aber weniger als 12 Monate
- Chronische Tic-Störung: Tics treten über mehr als 12 Monate hinweg auf und beeinträchtigen den Alltag
Der Beginn liegt immer vor dem 18. Lebensjahr.
Behandlungsmethode Neurofeedback
Tic-Störungen gelten generell als therapeutisch herausfordernd. Medikamentöse Behandlungen zeigen häufig begrenzte Wirkung und können Nebenwirkungen verursachen. Ein modernes und gut verträgliches Therapieverfahren ist Neurofeedback .
Dabei lernen Kinder und Erwachsene, ihre Gehirnaktivität gezielt zu regulieren. Durch Training des sogenannten sensomotorischen Rhythmus (SMR) kann eine übermäßige Aktivierung im Gehirn reduziert werden. Dies führt häufig zu einer deutlichen Verringerung der Tics. Die erzielten Verbesserungen sind meist langfristig stabil.
In unserer Praxis behandeln wir Kinder ab etwa 5 Jahren erfolgreich mit Neurofeedback.

