{"id":59,"date":"2015-06-23T16:16:17","date_gmt":"2015-06-23T14:16:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.schmid-schmid.at\/blog\/?p=59"},"modified":"2020-03-23T17:26:15","modified_gmt":"2020-03-23T16:26:15","slug":"tics-und-tourette-syndrom","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schmid-schmid.at\/blog\/beschwerden-a-z\/tics-und-tourette-syndrom","title":{"rendered":"Tic-St\u00f6rung und Tourette-Syndrom"},"content":{"rendered":"<div>\n<div>Tics \u00e4u\u00dfern sich durch nicht-kontrollierbare ruckartige K\u00f6rperbewegungen (Augenblinzeln, Kopfsch\u00fctteln, etc.) oder sprachliche \u00c4u\u00dferungen (R\u00e4uspern, H\u00fcsteln, Worte rufen, etc.).<br \/>\nDie Tics treten implusartig auf, sind nur schwer (oder nicht) kontrollierbar und verursachen h\u00e4ufig eine deutliche Beeintr\u00e4chtigung der Lebensqualit\u00e4t. Die schwerste Form der Tic-St\u00f6rung ist das Tourette-Syndrom, bei dem verschiedenste motorische und verbale Tics kombiniert sind.<\/div>\n<div>Tics sind im Kindesalter h\u00e4ufig und treten \u00fcberwiegend bei Burschen auf. Bei vielen Kindern verlieren sich diese Tics nach einiger Zeit wieder. Wenn die Tics einige Monate weiterbestehen und deutlich ausgepr\u00e4gt sind, sollten Arzt und Klinischer Psychologe aufgesucht werden, um gemeinsam wirkungsvolle (und gut vertr\u00e4gliche) Therapiema\u00dfnahmen zu planen.<\/div>\n<div><\/div>\n<h3>Formen der Tic-St\u00f6rung:<\/h3>\n<ul>\n<li>Einfache motorische Tics (Stirnrunzeln, Augenblinzeln, Kopfsch\u00fctteln, Schulterzucken, Grimassieren, etc.)<\/li>\n<li>Einfache vokale Tics (R\u00e4uspern, H\u00fcsteln, Schniefen, Schmatzen, etc.)<\/li>\n<li>Komplexe motorische Tics (K\u00f6rperverdrehungen, Springen, \u00f6bsz\u00f6ne Gesten, etc.)<\/li>\n<li>Komplexe vokale Tics (impulsartiges Herausschleudern von kurzen S\u00e4tzen oder zusammenhanglosen W\u00f6rtern, etc.)<\/li>\n<li>Tourette-Syndrom mit kombinierten verbalen und motorischen Tics<\/li>\n<\/ul>\n<h2>Chronisch motorische oder vokale Tic-St\u00f6rung<\/h2>\n<h3>Folgende Punkte m\u00fcssen f\u00fcr eine Diagnose vorhanden sein:<\/h3>\n<ul>\n<li>A. Ein einzelner oder mehrere motorische oder vokale Tics<\/li>\n<li>B. Die Tics treten \u00f6fter am Tag auf und nahezu t\u00e4glich; \u00fcber den Verlauf von 12 Monaten, wobei Pausen nicht l\u00e4nger als 3 Monate vorhanden sein d\u00fcrfen<\/li>\n<li>C. Die Tics sind st\u00f6rend und beeintr\u00e4chtigend<\/li>\n<li>D. Der Beginn ist vor dem 18. Lebensjahr<\/li>\n<li>E. Die Tics sind nicht durch organische Erkrankungen oder Medikamente verursacht<\/li>\n<\/ul>\n<h2><\/h2>\n<h2>Vor\u00fcbergehende Tic-St\u00f6rung<\/h2>\n<p>Es sind einzelne oder multiple motorische oder sprachliche Tics vorhanden. Diese treten mehrmals am Tag auf, in einem Zeitraum von mindestens 4 Wochen bis h\u00f6chstens 12 Monaten. Wenn die Tics l\u00e4nger auftreten, spricht man von der chronischen Tic-St\u00f6rung.<\/p>\n<div>\n<h2><\/h2>\n<h2>Therapie der Tic-St\u00f6rung<\/h2>\n<\/div>\n<div>\n<div>Tic-St\u00f6rungen z\u00e4hlen generell zu den schwer behandelbaren St\u00f6rungen sowohl bei Kindern- und Jugendlichen, als auch bei Erwachsenen. Die medikament\u00f6se Therapie ist h\u00e4ufig nicht oder wenig erfolgreich. Nebenwirkungen sind h\u00e4ufig und teilweise belastender als die Hauptsymptome.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Seit einigen Jahren hat sich mit Neurofeedback ein neues Therapieverfahren entwickelt, das bei Tic-St\u00f6rungen sehr gute Erfolge aufweist. In unserer Praxis behandeln wir Kinder und Jugenliche bereits ab dem Alter von 5 Jahren erfolgreich mit dieser Methode.<\/div>\n<div><\/div>\n<h2>Neurofeedback<\/h2>\n<div>Das Ziel von <a href=\"https:\/\/www.schmid-schmid.at\/blog\/therapien-und-loesungen\/neurofeedback\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Neurofeedback\u00a0 <\/a>bei Tic-St\u00f6rungen ist die willk\u00fcrliche Reduktion \u00fcberschie\u00dfender Aktivierung im Gehirn. Durch das Trainings des SMR-Rhythmus (sensomotorischer Rhythmus) im EEG lernen die Kinder oder Erwachsenen ihr Gehirn zu beruhigen. Die normalerweise \u00fcberschie\u00dfende Aktiverung kann dadurch reduziert werden und die Tics werden weniger. Die Erfolge durch Neurofeedback sind dabei anhaltend. Das bedeutet, dass auch nach Beendigung der Therapie der Erfolg weiter anh\u00e4lt.<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div><\/div>\n<div>\n<figure id=\"attachment_315\" aria-describedby=\"caption-attachment-315\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/www.schmid-schmid.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/NFB-Claudia-666x498.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-315 size-medium\" src=\"https:\/\/www.schmid-schmid.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/NFB-Claudia-666x498-300x224.jpg\" alt=\"NFB-Claudia-666x498\" width=\"300\" height=\"224\" srcset=\"https:\/\/www.schmid-schmid.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/NFB-Claudia-666x498-300x224.jpg 300w, https:\/\/www.schmid-schmid.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/NFB-Claudia-666x498-600x449.jpg 600w, https:\/\/www.schmid-schmid.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/NFB-Claudia-666x498.jpg 666w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-315\" class=\"wp-caption-text\">Die Neurofeedback-Therapie: Die Gehirnwellen kontrollieren lernen.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n<div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tics \u00e4u\u00dfern sich durch nicht-kontrollierbare ruckartige K\u00f6rperbewegungen (Augenblinzeln, Kopfsch\u00fctteln, etc.) oder sprachliche \u00c4u\u00dferungen (R\u00e4uspern, H\u00fcsteln, Worte rufen, etc.). Die Tics treten implusartig auf, sind nur schwer (oder nicht) kontrollierbar und verursachen h\u00e4ufig eine deutliche Beeintr\u00e4chtigung der Lebensqualit\u00e4t. Die schwerste Form der Tic-St\u00f6rung ist das Tourette-Syndrom, bei dem verschiedenste motorische und verbale Tics kombiniert sind. Tics sind im Kindesalter h\u00e4ufig und treten \u00fcberwiegend bei Burschen auf. Bei vielen Kindern verlieren sich diese Tics nach einiger Zeit wieder. Wenn die Tics einige Monate weiterbestehen und deutlich ausgepr\u00e4gt sind, sollten Arzt und Klinischer Psychologe aufgesucht werden, um gemeinsam wirkungsvolle (und gut vertr\u00e4gliche) Therapiema\u00dfnahmen zu planen. Formen der Tic-St\u00f6rung: Einfache motorische Tics (Stirnrunzeln, Augenblinzeln, Kopfsch\u00fctteln, Schulterzucken, Grimassieren, etc.) Einfache vokale Tics (R\u00e4uspern, H\u00fcsteln, Schniefen, Schmatzen, etc.) Komplexe motorische Tics (K\u00f6rperverdrehungen, Springen, \u00f6bsz\u00f6ne Gesten, etc.) Komplexe vokale Tics (impulsartiges Herausschleudern von kurzen S\u00e4tzen oder zusammenhanglosen W\u00f6rtern, etc.) Tourette-Syndrom mit kombinierten verbalen und motorischen Tics Chronisch motorische oder vokale Tic-St\u00f6rung Folgende Punkte m\u00fcssen f\u00fcr eine Diagnose vorhanden sein: A. Ein einzelner oder mehrere motorische oder vokale Tics B. Die Tics treten \u00f6fter am Tag auf und nahezu t\u00e4glich; \u00fcber den Verlauf von 12 Monaten, wobei Pausen nicht l\u00e4nger als 3 Monate vorhanden sein d\u00fcrfen C. Die Tics sind st\u00f6rend und beeintr\u00e4chtigend D. Der Beginn ist vor dem 18. Lebensjahr E. Die Tics sind nicht durch organische Erkrankungen oder Medikamente verursacht Vor\u00fcbergehende Tic-St\u00f6rung Es sind einzelne oder multiple motorische oder sprachliche Tics vorhanden. Diese treten mehrmals am Tag auf, in einem Zeitraum von mindestens 4 Wochen bis h\u00f6chstens 12 Monaten. Wenn die Tics l\u00e4nger auftreten, spricht man von der chronischen Tic-St\u00f6rung. Therapie der Tic-St\u00f6rung Tic-St\u00f6rungen z\u00e4hlen generell zu den schwer behandelbaren St\u00f6rungen sowohl bei Kindern- und Jugendlichen, als auch bei Erwachsenen. Die medikament\u00f6se Therapie ist h\u00e4ufig nicht oder wenig erfolgreich. Nebenwirkungen sind h\u00e4ufig und teilweise belastender als die Hauptsymptome. Seit einigen Jahren hat sich mit Neurofeedback ein neues Therapieverfahren entwickelt, das bei Tic-St\u00f6rungen sehr gute Erfolge aufweist. In unserer Praxis behandeln wir Kinder und Jugenliche bereits ab dem Alter von 5 Jahren erfolgreich mit dieser Methode. Neurofeedback Das Ziel von Neurofeedback\u00a0 bei Tic-St\u00f6rungen ist die willk\u00fcrliche Reduktion \u00fcberschie\u00dfender Aktivierung im Gehirn. Durch das Trainings des SMR-Rhythmus (sensomotorischer Rhythmus) im EEG lernen die Kinder oder Erwachsenen ihr Gehirn zu beruhigen. Die normalerweise \u00fcberschie\u00dfende Aktiverung kann dadurch reduziert werden und die Tics werden weniger. Die Erfolge durch Neurofeedback sind dabei anhaltend. 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