{"id":52,"date":"2015-06-23T16:13:32","date_gmt":"2015-06-23T14:13:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.schmid-schmid.at\/blog\/?p=52"},"modified":"2026-05-13T11:17:21","modified_gmt":"2026-05-13T09:17:21","slug":"trauma-und-posttraumatische-belastungsstoerung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schmid-schmid.at\/blog\/beschwerden-a-z\/trauma-und-posttraumatische-belastungsstoerung","title":{"rendered":"Trauma und Posttraumatische Belastungsst\u00f6rung"},"content":{"rendered":"<p>Ein psychisches Trauma entsteht, wenn ein belastendes Ereignis die pers\u00f6nlichen Bew\u00e4ltigungsgrenzen \u00fcbersteigt und nicht ausreichend verarbeitet werden kann.<\/p>\n<p>Typische Ausl\u00f6ser sind:<\/p>\n<ul>\n<li>Naturkatastrophen (z. B. \u00dcberschwemmungen)<\/li>\n<li>Unf\u00e4lle oder schwere Erkrankungen<\/li>\n<li>Gewalt oder Missbrauch<\/li>\n<li>Kriegserlebnisse<\/li>\n<li>Verlust nahestehender Personen<\/li>\n<\/ul>\n<p>Nicht jeder Mensch entwickelt nach solchen Ereignissen eine Traumafolgest\u00f6rung. Wenn Symptome jedoch anhalten oder sich verst\u00e4rken, kann eine Posttraumatische Belastungsst\u00f6rung (PTBS) entstehen.<\/p>\n<h2>Typische Symptome<\/h2>\n<ul>\n<li>Wiedererleben des Traumas (Flashbacks, Albtr\u00e4ume)<\/li>\n<li>Vermeidung von Erinnerungsreizen<\/li>\n<li>erh\u00f6hte innere Anspannung und Schreckhaftigkeit<\/li>\n<li>Schlafprobleme<\/li>\n<li>Konzentrationsschwierigkeiten<\/li>\n<li>\u00c4ngste oder depressive Stimmung<\/li>\n<li>Leistungsprobleme im Alltag<\/li>\n<\/ul>\n<p>Manchmal zeigen sich die Folgen auch indirekt, etwa durch:<\/p>\n<ul>\n<li>Suchtverhalten<\/li>\n<li>Essst\u00f6rungen<\/li>\n<li>starke emotionale Instabilit\u00e4t<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Beschwerden k\u00f6nnen unmittelbar nach dem Ereignis auftreten \u2013 oder erst Wochen bzw. Monate sp\u00e4ter.<\/p>\n<h2>Wie wird ein Trauma behandelt?<\/h2>\n<p>Traumatherapie erfolgt meist in mehreren Phasen:<\/p>\n<ol>\n<li>\n<h3>Stabilisierung<\/h3>\n<\/li>\n<\/ol>\n<p>Ziel ist es, Sicherheit und emotionale Stabilit\u00e4t wiederherzustellen.<br \/>\nDazu geh\u00f6ren:<\/p>\n<ul>\n<li>Atem- und Entspannungstechniken<\/li>\n<li>Distanzierungs\u00fcbungen<\/li>\n<li>Aufbau von inneren \u201eWohlf\u00fchlorten\u201c<\/li>\n<li>Psychoedukation \u00fcber Trauma und Stressreaktionen<\/li>\n<\/ul>\n<ol start=\"2\">\n<li>\n<h3><strong> Traumabearbeitung<\/strong><\/h3>\n<\/li>\n<\/ol>\n<p>In dieser Phase wird das belastende Erlebnis behutsam verarbeitet.<br \/>\nBew\u00e4hrte Methoden sind:<\/p>\n<ul>\n<li>schrittweise Konfrontation (Exposition)<\/li>\n<li>Hypnotherapie<\/li>\n<li>narrative Traumatherapie<\/li>\n<li>Ressourcenaktivierung<\/li>\n<\/ul>\n<p>Ziel ist es, das Trauma emotional und kognitiv einzuordnen und seine belastende Wirkung zu reduzieren.<\/p>\n<ol start=\"3\">\n<li>\n<h3><strong> Integration und Neuorientierung<\/strong><\/h3>\n<\/li>\n<\/ol>\n<p>Nach erfolgreicher Verarbeitung geht es darum:<\/p>\n<ul>\n<li>neue Perspektiven zu entwickeln<\/li>\n<li>Selbstwirksamkeit zu st\u00e4rken<\/li>\n<\/ul>\n<p>Lebensqualit\u00e4t und Alltagssicherheit wieder aufzubauen<\/p>\n<h2>Narrative Expositionstherapie (NET)<\/h2>\n<p>Die Narrative Expositionstherapie ist eine wissenschaftlich fundierte Methode zur Behandlung von PTBS und komplexen Traumatisierungen.<\/p>\n<p>Dabei erz\u00e4hlen Betroffene ihre Lebensgeschichte in strukturierter Form. Traumatische Ereignisse werden in einen gr\u00f6\u00dferen biografischen Zusammenhang eingeordnet und emotional verarbeitet.<\/p>\n<p>Typische Schritte sind:<\/p>\n<ul>\n<li>Erstellung eines chronologischen Lebensberichts<\/li>\n<li>gezielte Bearbeitung traumatischer Ereignisse<\/li>\n<li>kontrollierte Exposition gegen\u00fcber belastenden Erinnerungen<\/li>\n<li>Neubewertung und Integration<\/li>\n<li>Aktivierung pers\u00f6nlicher Ressourcen<\/li>\n<\/ul>\n<p>Diese Therapie kann bereits in relativ kurzer Zeit (z. B. innerhalb von etwa 15 Sitzungen) deutliche Verbesserungen erzielen und l\u00e4sst sich gut mit anderen therapeutischen Verfahren kombinieren.<\/p>\n<h3>Fallbeispiel Traumatherapie mit <a href=\"https:\/\/www.schmid-schmid.at\/blog\/therapien-und-loesungen\/hypnose\">Hypnose<\/a><\/h3>\n<p>aus &#8222;Nicht immer denken. Die Kraft von Achtsamkeit, Stille und Konzentration.&#8220; (2014) von Dr. Norman Schmid<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.schmid-schmid.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/Fallbeispiel-Traumatherapie-aus-Nicht-immer-denken.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Fallbeispiel Traumatherapie aus Nicht immer denken<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.schmid-schmid.at\/blog\/shop\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">zum Webshop<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein psychisches Trauma entsteht, wenn ein belastendes Ereignis die pers\u00f6nlichen Bew\u00e4ltigungsgrenzen \u00fcbersteigt und nicht ausreichend verarbeitet werden kann. Typische Ausl\u00f6ser sind: Naturkatastrophen (z. B. \u00dcberschwemmungen) Unf\u00e4lle oder schwere Erkrankungen Gewalt oder Missbrauch Kriegserlebnisse Verlust nahestehender Personen Nicht jeder Mensch entwickelt nach solchen Ereignissen eine Traumafolgest\u00f6rung. Wenn Symptome jedoch anhalten oder sich verst\u00e4rken, kann eine Posttraumatische Belastungsst\u00f6rung (PTBS) entstehen. Typische Symptome Wiedererleben des Traumas (Flashbacks, Albtr\u00e4ume) Vermeidung von Erinnerungsreizen erh\u00f6hte innere Anspannung und Schreckhaftigkeit Schlafprobleme Konzentrationsschwierigkeiten \u00c4ngste oder depressive Stimmung Leistungsprobleme im Alltag Manchmal zeigen sich die Folgen auch indirekt, etwa durch: Suchtverhalten Essst\u00f6rungen starke emotionale Instabilit\u00e4t Die Beschwerden k\u00f6nnen unmittelbar nach dem Ereignis auftreten \u2013 oder erst Wochen bzw. Monate sp\u00e4ter. Wie wird ein Trauma behandelt? Traumatherapie erfolgt meist in mehreren Phasen: Stabilisierung Ziel ist es, Sicherheit und emotionale Stabilit\u00e4t wiederherzustellen. Dazu geh\u00f6ren: Atem- und Entspannungstechniken Distanzierungs\u00fcbungen Aufbau von inneren \u201eWohlf\u00fchlorten\u201c Psychoedukation \u00fcber Trauma und Stressreaktionen Traumabearbeitung In dieser Phase wird das belastende Erlebnis behutsam verarbeitet. Bew\u00e4hrte Methoden sind: schrittweise Konfrontation (Exposition) Hypnotherapie narrative Traumatherapie Ressourcenaktivierung Ziel ist es, das Trauma emotional und kognitiv einzuordnen und seine belastende Wirkung zu reduzieren. Integration und Neuorientierung Nach erfolgreicher Verarbeitung geht es darum: neue Perspektiven zu entwickeln Selbstwirksamkeit zu st\u00e4rken Lebensqualit\u00e4t und Alltagssicherheit wieder aufzubauen Narrative Expositionstherapie (NET) Die Narrative Expositionstherapie ist eine wissenschaftlich fundierte Methode zur Behandlung von PTBS und komplexen Traumatisierungen. Dabei erz\u00e4hlen Betroffene ihre Lebensgeschichte in strukturierter Form. Traumatische Ereignisse werden in einen gr\u00f6\u00dferen biografischen Zusammenhang eingeordnet und emotional verarbeitet. Typische Schritte sind: Erstellung eines chronologischen Lebensberichts gezielte Bearbeitung traumatischer Ereignisse kontrollierte Exposition gegen\u00fcber belastenden Erinnerungen Neubewertung und Integration Aktivierung pers\u00f6nlicher Ressourcen Diese Therapie kann bereits in relativ kurzer Zeit (z. B. innerhalb von etwa 15 Sitzungen) deutliche Verbesserungen erzielen und l\u00e4sst sich gut mit anderen therapeutischen Verfahren kombinieren. Fallbeispiel Traumatherapie mit Hypnose aus &#8222;Nicht immer denken. 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