{"id":3959,"date":"2022-11-24T14:55:46","date_gmt":"2022-11-24T13:55:46","guid":{"rendered":"https:\/\/www.schmid-schmid.at\/blog\/?p=3959"},"modified":"2022-11-24T14:55:46","modified_gmt":"2022-11-24T13:55:46","slug":"die-effekte-von-neurofeedback-therapie-bei-kindern-und-jugendlichen-mit-adhs","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schmid-schmid.at\/blog\/aktuelles\/die-effekte-von-neurofeedback-therapie-bei-kindern-und-jugendlichen-mit-adhs","title":{"rendered":"Die Effekte von Neurofeedback-Therapie bei Kindern und Jugendlichen mit ADHS"},"content":{"rendered":"<p>Eine Studie von 2019 (Van Doren et al.) untersuchte <strong>die Nachhaltigkeit von Neurofeedback-Therapie sowie die Wirksamkeit von Neurofeedback-Therapie<\/strong> im Vergleich zu anderen Therapien bei Kindern und Jugendlichen mit ADHS. Hierf\u00fcr wurden die Ergebnisse von 10 kontrollierten randomisierten Studien (RCTs), welche Neurofeedback-Therapie durchf\u00fchrten, herangezogen, als auch 9 Studien, welche als Kontrollgruppe dienten. Diese beinhalteten insgesamt <strong>506 Teilnehmer*innen<\/strong>. Die Neurofeedback-Therapien fokussierten sich auf die Reduktion von Theta-Wellen (langsame Wellen, die f\u00fcr gedankliches Abdriften und Tagtr\u00e4umen stehen) und die Steigerung von Beta-Wellen (schnelle Wellen, welche Konzentration und Aufmerksamkeit widerspiegeln) und des sensomotorischen Rhythmus (Wellen, die vorhanden sind, wenn motorische Ruhe gegeben ist). Die Ergebnisse, welche im Folgenden berichtet werden, sind eine zusammenfassende Bilanz dieser wissenschaftlichen Studien.<\/p>\n<p>Gemessen wurden die Hauptsymptome von ADHS, n\u00e4mlich Unaufmerksamkeit sowie Impulsivit\u00e4t\/Hyperaktivit\u00e4t, welche von den Eltern mithilfe einer validierten ADHS Rating-Skala berichtet wurden. Es zeigten sich signifikante Verbesserungen in der Unaufmerksamkeit als auch in der Impulsivit\u00e4t\/Hyperaktivit\u00e4t. <strong>Die Effekte sind von einer mittleren Gr\u00f6\u00dfe (d= 0.64 und d= 0.5), was nachhaltigen Effekten entspricht<\/strong>. Die Verbesserungen dieser Symptome zeigten sich nicht nur direkt nach der Neurofeedback-Therapie, sondern auch noch zu einem <strong>Follow-up-Zeitpunkt<\/strong> (2-12 Monate nach der Therapie), wobei <strong>die Effektgr\u00f6\u00dfen hier mittel bis gro\u00df waren<\/strong> (d= 0.8 und d= 0.61). Dass die Reduktion der Symptome auch noch zu einem sp\u00e4teren Zeitpunkt zu sehen ist, l\u00e4sst darauf schlie\u00dfen, dass die <strong>Neurofeedback-Therapie auch nach Beendigung eine aufrechterhaltende Wirkung<\/strong> hat.<\/p>\n<p>Im Vergleich zu nicht aktiven Therapien (jene, welche sich bei ADHS als nicht wirksam erwiesen haben) konnte eine signifikante \u00dcberlegenheit der Neurofeedback-Therapie bei allen Symptomen festgestellt werden. Wurde die Neurofeedback-Therapie mit anderen aktiven Therapien (Einnahme des Stimulantiums Methylphenidat und Selbst-Management-Therapien) verglichen, zeigte sich f\u00fcr die Unaufmerksamkeit eine \u00dcberlegenheit der aktiven Therapien, wobei diese zu sp\u00e4teren Zeitpunkten nicht mehr feststellbar war. Bei den Symptomen Impulsivit\u00e4t\/Hyperaktivit\u00e4t wurden keine signifikanten Unterschiede gefunden. <strong>Die Neurofeedback-Therapie<\/strong> erzielte also \u00e4hnliche Ergebnisse wie andere aktive Therapien und ist <strong>somit einer medikament\u00f6sen Therapie gleichgestellt<\/strong>, wobei ein <strong>Vorteil ist, dass bei der Neurofeedback-Therapie keine Nebenwirkungen<\/strong> auftreten.<\/p>\n<p><strong>Zusammenfassend l\u00e4sst sich sagen, dass Neurofeedback nachhaltige Effekte sowohl auf die Unaufmerksamkeit als auch auf die Impulsivit\u00e4t\/Hyperaktivit\u00e4t hat und diese Effekte mittel bis gro\u00df sind. Au\u00dferdem ist die Neurofeedback-Therapie nicht-aktiven Therapien \u00fcberlegen.<\/strong> Im Vergleich zu anderen aktiven Therapien f\u00fcr ADHS zeigen sich f\u00fcr die Unaufmerksamkeit inkonsistente Befunde, in der Verbesserung der Impulsivit\u00e4t\/Hyperaktivit\u00e4t gibt es jedoch keine signifikanten Unterschiede, wodurch darauf geschlossen werden kann, dass die Effekte der Neurofeedbacktherapie jenen der medikament\u00f6sen Therapie gleichgestellt sind.<\/p>\n<p>Van Doren, J., Arns, M., Heinrich, H., Vollebregt, M. A., Strehl, U., &amp; K Loo, S. (2019). Sustained effects of neurofeedback in ADHD: a systematic review and meta-analysis.\u00a0<em>European child &amp; adolescent psychiatry<\/em>,\u00a0<em>28<\/em>(3), 293-305. https:\/\/doi.org\/10.1007\/s00787-018-1121-4<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Studie von 2019 (Van Doren et al.) untersuchte die Nachhaltigkeit von Neurofeedback-Therapie sowie die Wirksamkeit von Neurofeedback-Therapie im Vergleich zu anderen Therapien bei Kindern und Jugendlichen mit ADHS. Hierf\u00fcr wurden die Ergebnisse von 10 kontrollierten randomisierten Studien (RCTs), welche Neurofeedback-Therapie durchf\u00fchrten, herangezogen, als auch 9 Studien, welche als Kontrollgruppe dienten. Diese beinhalteten insgesamt 506 Teilnehmer*innen. Die Neurofeedback-Therapien fokussierten sich auf die Reduktion von Theta-Wellen (langsame Wellen, die f\u00fcr gedankliches Abdriften und Tagtr\u00e4umen stehen) und die Steigerung von Beta-Wellen (schnelle Wellen, welche Konzentration und Aufmerksamkeit widerspiegeln) und des sensomotorischen Rhythmus (Wellen, die vorhanden sind, wenn motorische Ruhe gegeben ist). Die Ergebnisse, welche im Folgenden berichtet werden, sind eine zusammenfassende Bilanz dieser wissenschaftlichen Studien. Gemessen wurden die Hauptsymptome von ADHS, n\u00e4mlich Unaufmerksamkeit sowie Impulsivit\u00e4t\/Hyperaktivit\u00e4t, welche von den Eltern mithilfe einer validierten ADHS Rating-Skala berichtet wurden. Es zeigten sich signifikante Verbesserungen in der Unaufmerksamkeit als auch in der Impulsivit\u00e4t\/Hyperaktivit\u00e4t. Die Effekte sind von einer mittleren Gr\u00f6\u00dfe (d= 0.64 und d= 0.5), was nachhaltigen Effekten entspricht. Die Verbesserungen dieser Symptome zeigten sich nicht nur direkt nach der Neurofeedback-Therapie, sondern auch noch zu einem Follow-up-Zeitpunkt (2-12 Monate nach der Therapie), wobei die Effektgr\u00f6\u00dfen hier mittel bis gro\u00df waren (d= 0.8 und d= 0.61). Dass die Reduktion der Symptome auch noch zu einem sp\u00e4teren Zeitpunkt zu sehen ist, l\u00e4sst darauf schlie\u00dfen, dass die Neurofeedback-Therapie auch nach Beendigung eine aufrechterhaltende Wirkung hat. Im Vergleich zu nicht aktiven Therapien (jene, welche sich bei ADHS als nicht wirksam erwiesen haben) konnte eine signifikante \u00dcberlegenheit der Neurofeedback-Therapie bei allen Symptomen festgestellt werden. Wurde die Neurofeedback-Therapie mit anderen aktiven Therapien (Einnahme des Stimulantiums Methylphenidat und Selbst-Management-Therapien) verglichen, zeigte sich f\u00fcr die Unaufmerksamkeit eine \u00dcberlegenheit der aktiven Therapien, wobei diese zu sp\u00e4teren Zeitpunkten nicht mehr feststellbar war. Bei den Symptomen Impulsivit\u00e4t\/Hyperaktivit\u00e4t wurden keine signifikanten Unterschiede gefunden. Die Neurofeedback-Therapie erzielte also \u00e4hnliche Ergebnisse wie andere aktive Therapien und ist somit einer medikament\u00f6sen Therapie gleichgestellt, wobei ein Vorteil ist, dass bei der Neurofeedback-Therapie keine Nebenwirkungen auftreten. Zusammenfassend l\u00e4sst sich sagen, dass Neurofeedback nachhaltige Effekte sowohl auf die Unaufmerksamkeit als auch auf die Impulsivit\u00e4t\/Hyperaktivit\u00e4t hat und diese Effekte mittel bis gro\u00df sind. Au\u00dferdem ist die Neurofeedback-Therapie nicht-aktiven Therapien \u00fcberlegen. Im Vergleich zu anderen aktiven Therapien f\u00fcr ADHS zeigen sich f\u00fcr die Unaufmerksamkeit inkonsistente Befunde, in der Verbesserung der Impulsivit\u00e4t\/Hyperaktivit\u00e4t gibt es jedoch keine signifikanten Unterschiede, wodurch darauf geschlossen werden kann, dass die Effekte der Neurofeedbacktherapie jenen der medikament\u00f6sen Therapie gleichgestellt sind. Van Doren, J., Arns, M., Heinrich, H., Vollebregt, M. A., Strehl, U., &amp; K Loo, S. (2019). 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