{"id":37,"date":"2015-06-23T15:03:17","date_gmt":"2015-06-23T13:03:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.schmid-schmid.at\/blog\/?p=37"},"modified":"2026-04-27T10:35:21","modified_gmt":"2026-04-27T08:35:21","slug":"angst","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schmid-schmid.at\/blog\/beschwerden-a-z\/angst","title":{"rendered":"Angst"},"content":{"rendered":"\n<div>\n<h2>Von der gesunden und der krankhaften Angst<\/h2>\n<\/div>\n\n\n\n<div>\n<div>Angst ist ein Teil unseres Lebens, der zwei Seiten aufweist. Auf der einen Seite sind \u00c4ngste \u00fcberlebenswichtig und bewahren uns davor, gef\u00e4hrliche Situationen aufzusuchen und unsere Gesundheit aufs Spiel zu setzen.<br>Auf der anderen Seite k\u00f6nnen \u00c4ngste \u00fcberm\u00e4\u00dfig stark werden, ohne erkennbaren Grund auftreten und das Leben einschr\u00e4nken. Diese krankhaften \u00c4ngste stellen nicht nur eine erhebliche Belastung f\u00fcr die Betroffenen dar, sondern f\u00fchren auch zu weiteren Folgeproblemen im Privat- und Berufsleben. Es gilt somit, einen geeigneten Mittelweg zu finden, sich von den \u00c4ngsten nicht einschr\u00e4nken zu lassen, sondern die Angst als nat\u00fcrlichen Teil des Lebens zu verstehen, der uns sch\u00fctzt und auch Energie freisetzen kann.<\/div>\n<h3>Gesunde \u00c4ngste<\/h3>\n<div>\n<p>Im Allgemeinen gibt es bestimmte Situationen, die h\u00e4ufig Angst ausl\u00f6sen, wohingegen andere kaum be\u00e4ngstigend sind. Im Sinne der sogenannten \u201epreparedness\u201c sind \u00c4ngste vor gro\u00dfen H\u00f6hen, engen R\u00e4umen, gro\u00dfen Hunden und Spinnen weit verbreitet. In der Evolution des Menschen sind diese \u00c4ngste eine wichtiger Bestandteil, um Gefahren zu vermeiden. Auch die nat\u00fcrliche Sorge bei k\u00f6rperlichen oder psychischen Beschwerden kann dazu beitragen, rechtzeitig den Arzt oder Psychologen aufzusuchen, um diese Symptome abkl\u00e4ren zu lassen und fr\u00fchzeitig mit einer geeigneten Behandlung zu beginnen.<\/p>\n<h3>Krankhafte \u00c4ngste<\/h3>\n<p>Etwa jeder 5. Mensch hat \u00c4ngste, die das Leben einschr\u00e4nken und die Lebensqualit\u00e4t beeintr\u00e4chtigen. Dazu geh\u00f6ren besonders Existenz\u00e4ngste, Angst unheilbar krank zu sein, Angst vor Kontrollverlust und Hilflosigkeit, Angst vor Einsamkeit und sozialer Isolierung, \u00fcberm\u00e4\u00dfige Sch\u00fcchternheit bis hin zur Angst vor sozialen Situationen, Angst nicht zu funktionieren oder nicht zu gen\u00fcgen, Angst Fehler zu machen, Angst vor Tieren, Angst vor Menschenansammlungen und \u00f6ffentlichen Pl\u00e4tzen, H\u00f6henangst und Platzangst. Diese \u00c4ngste sind gekennzeichnet durch \u00fcberm\u00e4\u00dfige k\u00f6rperliche Unruhe und Anspannung, kombiniert mit belastenden, negativen Gedanken.<\/p>\n<p>So kann ein Teufelskreis der Angst entstehen, bei dem zum Beispiel Herzrasen zu Angst vor einem Herzinfarkt f\u00fchrt, und dadurch in weiterer Folge das Herzrasen zunimmt. In einer psychophysiologischen Spirale (K\u00f6rper-Psyche-Kopplung) werden k\u00f6rperliche Anspannung und negative Gedanken weiter aufgeschaukelt, bis eine Panikattacke entsteht.<\/p>\n<p>Wenn bereits ein oder mehrmals solche Panikattacken aufgetreten sind, dann ist das Risiko f\u00fcr ein weiteres Auftreten erh\u00f6ht. Es entwickelt sich eine Sensiblisierung und negative Erwartungshaltung. Im Sinne der \u201esich-selbst\u2013erf\u00fcllenden-Prophezeiung\u201c schaukelt sich die Angst dann noch weiter auf.<\/p>\n<h2>&nbsp;<\/h2>\n<h2>Die verschiedenen Gesichter der Angst: Angst\u00f6rungen<\/h2>\n<div>\n<h2>&nbsp;<\/h2>\n<h3>Panikst\u00f6rung &#8211; Die Angst vor der Angst<\/h3>\n<\/div>\n<div>\n<div>Die Panikst\u00f6rung \u2013 auch \u201eAngst vor der Angst\u201c genannt \u2013 \u00e4u\u00dfert sich durch wiederkehrende, unerwartet auftretende Panikattacken (Angstanf\u00e4lle), die durch eine Reihe von k\u00f6rperlichen Symptomen begleitet sind.<br>Typischerweise treten innerhalb von wenigen Minuten starkes Herzklopfen, Druck auf der Brust, Schwitzen, Schwindel, Zittern, Kurzatmigkeit und andere Symptome auf, die oft so intensiv erlebt werden, dass die Angst vor einem Herzinfarkt oder umzufallen vorhanden ist (Todesangst). Nicht selten wird dann der Notarzt gerufen, wobei jedoch meist bereits das Eintreffen des Arztes zu einer Beruhigung f\u00fchrt und die Untersuchung im Allgemeinen keine k\u00f6rperliche Erkrankung ergibt.<\/div>\n<div>&nbsp;<\/div>\n<div>Bei Panikattacken kommt es zu einem <strong>Teufelskreis der Angst<\/strong>, der zu einer Aufschaukelung der Symptome f\u00fchrt. Der Beginn kann in k\u00f6rperlichen Symptomen, wie Herzrasen oder Schwindel liegen oder auch in Bef\u00fcrchtungen, wie &#8222;hoffentlich tritt keine Panikattacke auf.&#8220; Innerhalb von wenigen Minuten entwickelt sich dann der Teufelskreis der Angst, wobei sich k\u00f6rperliche Anspannung und negativen Gedanken wechselseitig aufschaukeln.<\/div>\n<div>&nbsp;<\/div>\n<div>\n<div>\n<dl id=\"attachment_287\">\n<dt><a href=\"https:\/\/www.schmid-schmid.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/Teufelskreis-der-Angst.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.schmid-schmid.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/Teufelskreis-der-Angst-300x172.jpg\" alt=\"\" width=\"361\" height=\"207\"><\/a><\/dt>\n<dd>Der Teufelskreis der Angst<\/dd>\n<\/dl>\n<\/div>\n<\/div>\n<div>Die Panikst\u00f6rung tritt bei ca. 2 &#8211; 3,5% der Bev\u00f6lkerung einmal im Leben auf, wobei bei ca. 30-50% der Betroffenen auch eine Agoraphobie (Platzangst) vorhanden ist. Das erste Auftreten ist typischerweise im jungen Erwachsenenalter bis ca. zum 30. Lebensjahr.<\/div>\n<div>&nbsp;<\/div>\n<div>\n<div>\n<h3>Agoraphobie (Platzangst)<\/h3>\n<\/div>\n<div>\n<div>Die Agoraphobie \u2013 auch Platzangst genannt \u2013 bezeichnet die Angst vor verschiedensten Orten und Situationen, in denen das Gef\u00fchl vorhanden ist, eingesperrt zu sein, oder es besteht die Angst, dass im Notfall keine Hilfe verf\u00fcgbar ist. Typische Situationen sind Kaufh\u00e4user, Einkaufszentren, U-Bahn, Kino, Lift, enge R\u00e4ume, gro\u00dfe Pl\u00e4tze oder auch alleine zu Hause zu sein. Diese Situationen werden h\u00e4ufig gemieden (Fluchttendenz) oder mit gro\u00dfem Unbehagen ertragen.<\/div>\n<div>H\u00e4ufig ist eine Kopplung mit der Panikst\u00f6rung vorhanden, wobei meist zun\u00e4chst einzelne Panikattacken auftreten, die dann zur Vermeidung von jenen Situationen f\u00fchren, in denen die Panik aufgetreten ist. Im Verlauf werden dann immer mehr Situationen gemieden, was im Extremfall bis zu v\u00f6lligem R\u00fcckzug und Isolation f\u00fchrt.<\/div>\n<div>Die Agoraphobie tritt bei 5-6% der Bev\u00f6lkerung auf, wobei bei 95% der Betroffenen auch eine Panikst\u00f6rung vorhanden ist.<\/div>\n<div>&nbsp;<\/div>\n<\/div>\n<div>\n<h3>Sozialphobie<\/h3>\n<\/div>\n<div>\n<div>Die Sozialphobie bezeichnet die \u00fcberm\u00e4\u00dfige Angst vor der kritischen Beurteilung durch andere Menschen. Es besteht die Angst davor, etwas falsch zu machen bzw. Angstsymptome zu zeigen (z.B. Err\u00f6ten, Zittern). Dies wird unangenehm und peinlich empfunden, erzeugt Angst und k\u00f6rperliche Anspannung.<br>Die k\u00f6rperlichen Symptome sind \u00e4hnlich wie bei der Panikst\u00f6rung (Herzklopfen, Schwitzen, Err\u00f6ten, Klo\u00dfgef\u00fchl im Hals, etc.), sind jedoch nicht so massiv und treten nur in sozialen Situationen auf.<\/div>\n<div>H\u00e4ufige angstausl\u00f6sende Situationen sind vor einer Gruppe zu sprechen, mit Autorit\u00e4tspersonen sprechen, in der \u00d6ffentlichkeit zu essen, ein Gespr\u00e4ch zu beginnen, zu Einladungen und Partys zu gehen, etc. Aufgrund der Angst werden diese Situationen gemieden oder nur mit gro\u00dfem Unbehagen ertragen.<\/div>\n<div>Die H\u00e4ufigkeit schwankt je nach Untersuchungskriterien von 3-13%, wobei mehr als 20% (jeder F\u00fcnfte!) der Bev\u00f6lkerung Angst vor \u00f6ffentlichem Sprechen haben (z.B. einen Vortrag zu halten). Der Beginn liegt meist in der Kindheit und Jugend.<\/div>\n<div>&nbsp;<\/div>\n<\/div>\n<div>\n<h3>Generalisierte Angstst\u00f6rung<\/h3>\n<\/div>\n<div>\n<div>Die Generalisierte Angstst\u00f6rung (GAS) beschreibt die \u00fcberm\u00e4\u00dfige Angst und Sorge in verschiedensten Situationen des allt\u00e4glichen Lebens, begleitet von k\u00f6rperlicher Unruhe (Nervosit\u00e4t, Kopfschmerz, Herzrasen, Schwitzen, psychosomatischen Beschwerden, etc.). Die Angst ist nicht auf bestimmte Situationen beschr\u00e4nkt, sondern geht von einer Situation auf die andere \u00fcber. H\u00e4ufig ist die Sorge um Beruf, Familie, Schulleistungen der Kinder, Krankheiten oder es sind finanzielle Sorgen vorhanden, obwohl kein objektiver Grund dazu besteht. Es wird das Schlimmste bef\u00fcrchtet.<\/div>\n<div>Die H\u00e4ufigkeit liegt bei 3-5% der Bev\u00f6lkerung, wobei die meisten Betroffenen angeben, \u201eschon immer \u00fcberm\u00e4\u00dfig \u00e4ngstlich\u201c gewesen zu sein.<\/div>\n<div>&nbsp;<\/div>\n<\/div>\n<div>\n<h3>Spezifische Phobien (H\u00f6henangst, Pr\u00fcfungsangst &amp; Co)<\/h3>\n<\/div>\n<div>\n<div>Spezifische Phobien sind eng umschriebene \u00c4ngste, die nur eine bestimmte Situation betreffen.<br>H\u00e4ufige spezifische \u00c4ngst sind:\n<ul>\n<li>H\u00f6henangst<\/li>\n<li>Flugangst<\/li>\n<li>Angst vor Autofahren<\/li>\n<li>Blutphobie (mit Ohnmacht bei Blut sehen)<\/li>\n<li>Pr\u00fcfungsangst<\/li>\n<li>Angst vor Tieren (Hunde, Spinnen, etc.)<\/li>\n<li>Spritzenangst<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die \u00c4ngste sind \u00fcbertrieben stark ausgepr\u00e4gt und f\u00fchren im Allgemeinen zur Vermeidung dieser Situation bzw. zu gro\u00dfer Angst, wenn diese Situation eintritt.<\/p>\n<p>Spezifische Phobien sind h\u00e4ufig vorhanden (ca. 10% der Bev\u00f6lkerung), wobei viele Betroffene nur wenig dadurch beeintr\u00e4chtigt sind, da durch ausgekl\u00fcgelte Vermeidungsstrategien die Angst minimiert werden kann. Die Entstehung ist typischerweise in der Kindheit und Jugend bis Mitte der 20er.<\/p>\n<p>Je nach Lebenssituation kann eine bereits l\u00e4ngerfristig vorliegende Phobie subjektiv eine deutlichere oder geringere Beeintr\u00e4chtigung im Alltag darstellen. So kann es sein, dass durch eine bevorstehende Pr\u00fcfungssituation (Pr\u00fcfungsangst) oder auch durch angstrelevante, zu \u00fcberwindende H\u00f6henmeter (H\u00f6henangst) entsprechende Angstverst\u00e4rkungen stattfinden.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<div>\n<h3>Zwangsst\u00f6rung<\/h3>\n<\/div>\n<div>\n<div>Bei der Zwangsst\u00f6rung werden <strong>Zwangsgedanken<\/strong> und <strong>Zwangshandlungen<\/strong> unterschieden. Wiederholte, sich aufdr\u00e4ngende Gedanken, Impulse oder Vorstellungen, die als st\u00f6rend und ungewollt erlebt werden, werden Zwangsgedanken genannt. Sie haben h\u00e4ufig einen negativen, bedrohlichen oder qu\u00e4lenden Inhalt und beziehen sich nicht auf Sorgen \u00fcber tats\u00e4chliche Lebensprobleme. Da diese Gedanken Angst ausl\u00f6sen, versuchen sich die betroffenen Personen davon abzulenken.<\/div>\n<div>Zwangshandlungen sind wiederholte Handlungen, die nach bestimmten Regeln oder stereotyp ablaufen, um eine vermeintliche Gefahr oder Unannehmlichkeit zu verhindern. H\u00e4ufig sind Wasch-, Kontroll- oder Z\u00e4hlzw\u00e4nge vorhanden. Wird den Impulsen nicht nachgegeben, kommt es meist zu einem steigenden Unbehagen bzw. zu Angst, verbunden mit k\u00f6rperlicher Anspannung. Die Durchf\u00fchrung dieser Zwangshandlungen kann viel Zeit in Anspruch nehmen und einen geregelten Tagesablauf stark beeintr\u00e4chtigen.<\/div>\n<div>Die H\u00e4ufigkeit liegt bei ca. 2,5% der Bev\u00f6lkerung, wobei der Beginn h\u00e4ufig in der Pubert\u00e4t bzw. im jungen Erwachsenenalter liegt. Nicht selten ist eine Kombination von Zwangsst\u00f6rung und Depression, wobei im Allgemeinen die Zwangsst\u00f6rung die Ursache f\u00fcr die nachfolgende Depression ist.<\/div>\n<div>&nbsp;<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div>\n<div>\n<h3>Akute Belastungsreaktion und posttraumatische Belastungsst\u00f6rung<\/h3>\n<\/div>\n<div>\n<div>Von akuter Belastungsreaktion spricht man, wenn durch eine au\u00dfergew\u00f6hnliche k\u00f6rperliche oder seelische Belastung (Unfall, Naturkatastrophe, Krieg, Gewalt, Verlust eines nahestehenden Menschen, etc.) ein gemischtes Bild aus Angst, Depression, \u00c4rger, Verzweiflung und R\u00fcckzug auftritt. Die Symptome sind dabei unterschiedlich stark und nach zwei bis drei Tagen nur mehr minimal vorhanden. Vergleichbare Begriffe sind psychischer Schock oder akute Krisensituation.<\/div>\n<div>Wenn die oben genannten Beschwerden l\u00e4nger andauern, wird von der <strong>posttraumatischen Belastungsst\u00f6rung<\/strong> gesprochen. Die traumatische Situation wird auch noch nach Wochen und Monaten immer wieder erlebt (\u201eFlashback\u201c, intensive Tr\u00e4ume, etc.), wobei h\u00e4ufig ein Gef\u00fchl des Bet\u00e4ubtseins, der Gleichg\u00fcltigkeit gegen\u00fcber anderen Menschen, eine depressive Stimmung und sozialer R\u00fcckzug vorhanden sind.<\/div>\n<div><a href=\"https:\/\/www.schmid-schmid.at\/blog\/beschwerden-a-z\/trauma-und-posttraumatische-belastungsstoerung\">Weitere Informationen zur Posttraumatischen Belastungsst\u00f6rung<\/a><\/div>\n<div>&nbsp;<\/div>\n<\/div>\n<div>\n<h2>Wie kommt es zur Angsst\u00f6rungen?<\/h2>\n<\/div>\n<div>\n<div>Die Ursachen von Angstst\u00f6rungen sind vielf\u00e4ltig und individuell sehr unterschiedlich. Im folgenden werden einige h\u00e4ufig vorhandene Bedingungen dargestellt, die das Risiko des Auftretens einer Angstst\u00f6rung erh\u00f6hen. Dabei ist wichtig festzuhalten, dass meist mehrere Bedingungen zusammentreffen m\u00fcssen, damit es zur Auspr\u00e4gung einer bestimmten Angst kommt.<\/div>\n<div>Bei den Ursachen k\u00f6nnen l\u00e4ngerfristige Ursachen (die anf\u00e4llig f\u00fcr Angst machen), ausl\u00f6sende Bedingungen und aufrechterhaltende Faktoren unterschieden werden.<\/div>\n<div>&nbsp;<\/div>\n<div>\n<div>\n<h2>L\u00e4ngerfristige Ursachen<\/h2>\n<\/div>\n<div>\n<div>Ung\u00fcnstige Einfl\u00fcsse in der Kindheit und Jugend sind oft wesentlich daf\u00fcr, ob jemand im sp\u00e4teren Leben&nbsp; bestimmte \u00c4ngste entwickelt. <strong>Eltern, die selbst \u00e4ngstlich sind<\/strong> und ihr Kind vor einer vermeintlich gef\u00e4hrlichen Welt warnen, wiederholte Aussagen, wie &#8222;Sei vorsichtig; in der Dunkelheit ist es gef\u00e4hrlich; geh nicht in den Regen, sonst wirst du krank&#8220; vermitteln dem Kind den Eindruck, dass die Welt ein gef\u00e4hrlicher Ort ist und es gute Gr\u00fcnde gibt, sich Sorgen zu machen und Angst zu haben. Ein hoch ausgepr\u00e4gtes Sicherheitsbed\u00fcrfnis kann dazu f\u00fchren, dass neue, unsichere Situationen vermieden werden, aus Angst dass etwas passieren k\u00f6nnte. Damit kann aber auch nicht gelernt werden neue, herausfordernde Situationen erfolgreich zu bew\u00e4ltigen.<\/div>\n<div><strong>Eltern, die \u00fcberm\u00e4\u00dfig kritisch sind und hohe Standards<\/strong> vorgeben, bewirken, dass sich die Kinder der Akzeptanz durch die Eltern nicht sicher sind. Es werden vor allem die Leistungen des Kindes bewerten und nicht das Kind in seiner Pers\u00f6nlichkeit. Das Kind versucht, den Eltern zu gefallen und alles richtig zu machen, wodurch ein hoher Druck entsteht, der zu innerer Anspannung f\u00fchrt. Als Erwachsener kann dann ein \u00fcberm\u00e4\u00dfiges <strong>Perfektionismusstreben<\/strong> vorhanden sein, das st\u00e4ndig einen selbstverursachten Stress erzeugt. Als Erwachsener kann die Person auch m\u00f6glicherweise darauf bedacht sein, immer nett zu sein und anderen einen Gefallen zu tun. <strong>Nein zu sagen<\/strong> f\u00e4llt dann schwer und f\u00fchrt dazu, dass man zuwenig auf die <strong>eigenen Bed\u00fcrfnisse<\/strong> achtet.<\/div>\n<div>In den ersten Lebensjahren sind Kinder sehr von den Eltern abh\u00e4ngig. Es ist die Zeit, in der Urvertrauen und auch Selbstvertrauen entwickelt wird. Aber auch Experimentierfreude und Neugierde sind hier wichtig. Bedingungen, die zu <strong>Unsicherheit<\/strong> f\u00fchren (zu wenig F\u00fcrsorge; Kinder, die h\u00e4ufig auf sich selbst gestellt sind; problematische soziale Verh\u00e4ltnisse, etc.), k\u00f6nnen sp\u00e4ter zu Angstst\u00f6rungen oder anderen psychischen Problemen f\u00fchren.<\/div>\n<div>Wiederholte <strong>Kritik und Bestrafung f\u00fcr den Ausdruck von Gef\u00fchlen<\/strong> (wenn das Kind laut spricht, lacht, impulsiv reagiert, etc.) f\u00fchrt dazu, dass es die eigenen Gef\u00fchle unterdr\u00fcckt. Dadurch wird mitunter nicht gelernt, mit Gef\u00fchlen von Angst, \u00c4rger, Trauer oder auch Freude umzugehen. Diese starken Emotionen k\u00f6nnen im Erwachsenenleben als bedrohlich empfunden werden und zu Angst f\u00fchren. Der Begriff <strong>Alexithymie<\/strong> (\u201ekein Wort f\u00fcr Gef\u00fchle\u201c) ist hierbei von Bedeutung.<\/div>\n<div><strong>Mangelnde F\u00f6rderung der Selbstsicherheit<\/strong> des Kindes kann zu einer Hemmung bei Sozialkontakten mit Gleichaltrigen in der Schule und sp\u00e4ter am Arbeitsplatz f\u00fchren. Dadurch ist das Risiko f\u00fcr Sch\u00fcchternheit und die Entwicklung einer Sozialphobie erh\u00f6ht.<\/div>\n<div>&nbsp;<\/div>\n<div>\n<h3>Andauernder Stress<\/h3>\n<p>Stress wird hier als jegliche Form der psychischen Belastung verstanden, die nicht oder nur ungen\u00fcgend bew\u00e4ltigt werden. Folgende Stress-Situationen treten h\u00e4ufig auf: beruflicher Stress, Zeitdruck, \u00c4rger mit Kollegen oder in der Familie, mangelnde Kontrolle \u00fcber bestimmten Situationen, hohe Verantwortlichkeit, \u00dcberforderung und gro\u00dfe belastende Lebensereignisse (Tod, Scheidung, etc.). Wenn Stress \u00fcber l\u00e4ngere Zeit hinweg andauert, ohne dass Erholungsphasen zwischendurch vorhanden sind, w\u00e4chst die innere Anspannung und das Risiko f\u00fcr Angstst\u00f6rungen, andere psychische St\u00f6rungen und psychosomatische Erkrankungen steigt.<\/p>\n<h3>Traumatische Erlebnisse<\/h3>\n<p>Besonders belastende Kindheitserlebnisse, wie Todesf\u00e4lle in der Familie, Naturkatastrophen (\u00dcberschwemmung), Kriegserlebnisse und Gewalterlebnisse k\u00f6nnen zu Belastungen f\u00fchren, die sich erst viele Jahre sp\u00e4ter in Form einer Angstst\u00f6rung manifestieren. Durch solche Ursachen k\u00f6nnen auch andere Beschwerden entstehen, wie z.B. Depressionen oder die posttraumatische Belastungsst\u00f6rung.<\/p>\n<h3>Mangel an Lebenssinn<\/h3>\n<p>Wenn das Leben als wenig lebenswert empfunden wird, weil keine klaren Ziele und Aufgaben da sind (z.B. Familie, Erfolg im Beruf, bestimmte Hobbys) und positive Aktivit\u00e4ten fehlen, ist das Risiko f\u00fcr Angstst\u00f6rungen erh\u00f6ht.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div>\n<h3>Organische Ursachen<\/h3>\n<\/div>\n<div>\n<div>\n<p>Organische Ursachen sind bei Angstst\u00f6rungen zwar selten, eine sorgf\u00e4ltige medizinische Abkl\u00e4rung vor Beginn einer Psychologischen Therapie ist aber wichtig.<\/p>\n<h4>Folgende organische (medizinische) Gr\u00fcnde gelten als Risikofaktoren f\u00fcr Angstst\u00f6rungen:<\/h4>\n<ul>\n<li>Hormonelle Probleme<\/li>\n<li>Hyperventilation (zu rasche Atmung)<\/li>\n<li>Hypoglyc\u00e4mie (Abfall des Blutzuckerspiegels durch ung\u00fcnstige Ern\u00e4hrung, Stress, bestimmte Krankheiten)<\/li>\n<li>Schilddr\u00fcsen\u00fcberfunktion<\/li>\n<li>Mitralklappenprolaps (Klappe zwischen linkem Vorhof und Kammer schie\u00dft nicht gen\u00fcgend; f\u00fchrt zu Herzrasen)<\/li>\n<li>Innenohrerkrankungen (kann zu Schwindel f\u00fchren)<\/li>\n<li>Akute Reaktionen auf Koffein oder Drogen<\/li>\n<li>Entzug von Alkohol oder Beruhigungsmittel<\/li>\n<li>etc.<\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n<p>Wir f\u00fchren in der Praxis eine sorgf\u00e4ltige medizinische Analyse dieser organischen Gr\u00fcnde durch.<\/p>\n<div>\n<div>\n<h2>&nbsp;<\/h2>\n<h2>Ausl\u00f6sende Bedingungen<\/h2>\n<\/div>\n<div>\n<div>Ausl\u00f6sende Bedingungen sind jene Faktoren, die der Entstehung einer bestimmten Angstst\u00f6rung unmittelbar vorausgehen.<\/div>\n<h3>Der Teufelskreis der Angst<\/h3>\n<div>Bei einer Panikattacke kommt es meist zu einem Teufelskreis der Angst. Eine bestimmte Situation l\u00f6st etwas Unbehagen aus, vielleicht eine Menschenmenge, eine lange Schlange an der Kassa im Supermarkt, oder \u00e4hnliches. Als nat\u00fcrliche Folge versp\u00fcrt die Person Anspannung und Unruhe im K\u00f6rper. Diese Unruhe wird dann beispielsweise als Herzklopfen oder auch Druckgef\u00fchl im Brustkorb wahrgenommen. Wenn nun keine \u201eharmlosen\u201c Gr\u00fcnde f\u00fcr diese Empfindungen erkannt werden, dann kann unter bestimmten Umst\u00e4nden der Gedanke an einen Herzfehler oder Herzinfarkt auftreten. Vielleicht wurde ja gerade am Vortag ein Bericht im Fernsehen gesendet, in dem es um Herzkrankheiten ging. Dieser Gedanke f\u00f6rdert die Angst, die wiederum mehr Anspannung und Unruhe bewirkt, wodurch das Druckgef\u00fchl am Herzen noch st\u00e4rker wird. So ensteht ein Teufelskreis, bei dem sich die Symptome aufschaukeln. Auch dann, wenn (wie in den allermeisten F\u00e4llen) keinerlei organische Krankheiten vorhanden sind. Was bleibt, ist die Panik, die dann oftmals zu einer Platzangst (Agoraphobie) f\u00fchrt.<\/div>\n<h3>Stresssituationen, die der ersten Panikattacke vorausgehen<\/h3>\n<div>Die erste Panikattacke wird h\u00e4ufig durch Stressereignisse ausgel\u00f6st, wie Verlust einer nahestehenden Person, Arbeitslosigkeit, Krankheit, finanzielle Probleme, bedeutsame Lebensver\u00e4nderung, Wechsel der Schule oder der Arbeit, Wohnortwechsel, Heirat, ein Kind bekommen, (auch positive Lebensereignisse sind herausfordernd oder \u00fcberfordernd), etc.<\/div>\n<div>Eine Panikattacke, die z.B. in einem Kaufhaus zum ersten Mal auftritt, f\u00fchrt dazu, dass die Person Angst vor dieser Situation entwickelt. Eine Situation oder ein Ort, der zun\u00e4chst neutral ist, wird angstbesetzt; es hat also eine Konditionierung, ein Lernprozess, stattgefunden. Das kann sich auch auf \u00e4hnliche Situationen \u00fcbertragen. Als Folge werden diese Situationen\/Orte gemieden, wodurch die Angst davor immer \u00fcberm\u00e4chtiger wird.<\/div>\n<div>&nbsp;<\/div>\n<div>\n<h3>Traumatische Situationen<\/h3>\n<p>Viele spezifischen Phobien (z.B. vor Hunden, engen R\u00e4umen) werden durch traumatische Ereignisse ausgel\u00f6st. Folgende Beispiele sind h\u00e4ufig: Ein Kind, das von einm Hund gebissen wird; eine Person, die im Lift stecken bleibt und Panik bekommt; eine Person, die beim Schwimmen beinahe ertrunken w\u00e4re; Autounfall; Naturkatastrophen (\u00dcberschwemmung, etc.).<\/p>\n<h3>Anregende \/ aufputschende Substanzen<\/h3>\n<p>Die \u00fcberm\u00e4\u00dfige Einnahme von Coffein (Kaffee, Schwarztee, Red Bull, etc.) und Drogen (v.a. Stimulantien) kann einen Angstzustand ausl\u00f6sen.<\/p>\n<h3>Organische Einfl\u00fcsse<\/h3>\n<p>Organische Gr\u00fcnde f\u00fcr das Auftreten von Angstst\u00f6rungen wurden bereits weiter oben dargestellt. Als direkter Ausl\u00f6ser ist hier noch ein Abfall des Blutzuckerspiegels durch Di\u00e4tma\u00dfnahmen von Bedeutung. Jedes Jahr in der Fastenzeit erleben einige Menschen Panikattacken, die durch die Einschr\u00e4nkung der Nahrungsaufnahme ausgel\u00f6st wurden. Im Allgemeinen sind dabei noch andere Einfl\u00fcsse, wie Stress vorhanden, die erst in Kombination die kritische Schwelle f\u00fcr Panikattacken \u00fcberschreiten lassen.<\/p>\n<h2>&nbsp;<\/h2>\n<h2>Aufrechterhaltende Bedingungen<\/h2>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div>\n<div>\n<div>\n<p>Aufrechterhaltende Bedingungen f\u00fchren dazu, dass die Angst bestehen bleibt, auch wenn die urspr\u00fcnglichen Ausl\u00f6ser (z.B. belastende Lebensereignisse) nicht mehr vorhanden sind.<\/p>\n<h3>Vermeidung der angstausl\u00f6senden Situationen<\/h3>\n<p>Die Vermeidung angstausl\u00f6sender Situation tritt h\u00e4ufig bei der Agoraphobie, der Sozialphobie und spezifischen Phobien auf. Hier wird dann von der \u201eAngst vor der Angst\u201c gesprochen, d.h. die Angst davor, dass wieder ein Angstzustand auftreten k\u00f6nnte. Durch die Vermeidung wird die Angst \u201e\u00fcberm\u00e4chtig\u201c und es wird nicht gelernt, dass die Situation an sich nicht bedrohlich ist. Je l\u00e4nger bestimmte Situationen gemieden werden, umso schwieriger wird es f\u00fcr die Betroffenen, wieder in diese Situationen hineinzugehen.<\/p>\n<h3>Angsterzeugende Selbstgespr\u00e4che<\/h3>\n<p>Gedanken und innere Selbstgespr\u00e4che, wie z.B.: &#8222;Ich k\u00f6nnte wieder Panik bekommen&#8220;, &#8222;Was werden blo\u00df die anderen Leute denken&#8220;, &#8222;Niemand ist hier, um mir zu helfen&#8220;, &#8222;Ich bin dem hilflos ausgeliefert&#8220;, &#8222;Ich k\u00f6nnte einen Herzinfarkt bekommen&#8220; f\u00fchren dazu, dass der Teufelskreis der Angst weiter angetrieben wird und sich die Angst immer weiter verst\u00e4rkt. Auch sogenannte irrationale \u00dcberzeugungen, wie &#8222;Die Welt ist gef\u00e4hrlich&#8220;, &#8222;Ich darf mir keine Fehler erlauben&#8220;, &#8222;Es steht mir nicht zu, einmal nichts zu tun&#8220;, &#8222;Andere Menschen sind feindselig&#8220;, &#8222;Alle Hunde sind gef\u00e4hrlich&#8220;, etc. f\u00fchren zu einer Aufschaukelung des Angst-Teufelskreises.<\/p>\n<p>Bei den angsterzeugenden Selbstgespr\u00e4chen wird wirkungsvoll mit der <a href=\"https:\/\/www.schmid-schmid.at\/blog\/therapien-und-loesungen\/kognitive-umstrukturierung\">Kognitiven Umstrukturierung<\/a> angesetzt.<\/p>\n<h2>&nbsp;<\/h2>\n<h2>Unterdr\u00fcckte Gef\u00fchle<\/h2>\n<p>Wenn Gef\u00fchle wie \u00c4rger, Frustration, Traurigkeit oder auch Freude unterdr\u00fcckt werden, kann eine sogenannte frei-flottierende Angst entstehen, eine Angst ohne genau zu wissen wovor.<\/p>\n<h3>Selbstunsicherheit<\/h3>\n<p>Selbstunsicherheit f\u00fchrt dazu, dass die eigenen Gef\u00fchle, W\u00fcnsche oder auch Beschwerden zu wenig ausgedr\u00fcckt werden und dadurch das Gef\u00fchl entsteht, keinen Einfluss auf seine Umgebung zu haben. Hilflosigkeit, Frustration und k\u00f6rperliche Anspannung entstehen dadurch und k\u00f6nnen auch hier den Teufelskreis der Angst in Gang setzen.<\/p>\n<h3>Mangelnde Ber\u00fccksichtigung eigener Bed\u00fcrfnisse<\/h3>\n<p>Wenn zu wenig auf die eigenen Bed\u00fcrfnisse, wie Erholung und Genuss geachtet wird, kann es zu einer psychischen und k\u00f6rperlichen \u00dcberforderung kommen und Angstzust\u00e4nde k\u00f6nnen ausgel\u00f6st werden bzw. weiterbestehen. Ein stressreicher Lebensstil ist hier ganz besonders kritisch.<\/p>\n<h3>K\u00f6rperliche Anspannung<\/h3>\n<p>K\u00f6rperliche Anspannung durch Stress, Fehlhaltungen (Muskelverspannung) oder ein ung\u00fcnstiges Atemmuster (z.B. Hyperventilation) stellt selbst wieder eine Stress-Situation dar, in der das Wohlbefinden beeintr\u00e4chtigt ist, oder Beschwerden, wie Kopfschmerzen, Schlafst\u00f6rungen, etc. entstehen. Sowohl die direkten Stresswirkungen als auch die Folgeprobleme f\u00fchren zu einer Verst\u00e4rkung der Angstbeschwerden.<\/p>\n<h3>Anregende Substanzen<\/h3>\n<p>Anregende Substanzen, wie Koffein oder bestimmte aufputschende Medikamente sind h\u00e4ufig bei Angstpatienten zu finden.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<div>\n<h2>&nbsp;<\/h2>\n<h2>Psychologische Therapie<\/h2>\n<\/div>\n<div>\n<div>\n<p>Die <a href=\"https:\/\/www.schmid-schmid.at\/blog\/therapien-und-loesungen\/psychologische-therapie\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">psychologische Therapie<\/a> besteht aus verschiedenen Ans\u00e4tzen, die in Abh\u00e4ngigkeit von den individuellen Problemen ma\u00dfgeschneidert zum Einsatz kommen. Besonders bew\u00e4hrt haben sich Methoden aus der Klinischen Psychologie, die den Patienten in die Lage versetzen, die Angst selbst zu bew\u00e4ltigen (bew\u00e4ltigungsorientierte Therapie). Dabei werden erfolgreiche Ans\u00e4tze aus der Verhaltenstherapie, Kognitive Umstrukturierung, Gespr\u00e4chspsychotherapie, Biofeedback, Hypnose und Entspannungsverfahren kombiniert und ein optimales individuelles Therapieprogramm erstellt.<\/p>\n<p>In einigen F\u00e4llen ist es dar\u00fcber hinaus sinnvoll, die Entstehung der \u00c4ngste sorgf\u00e4ltig zu analysieren, um bestimmte Lebensprobleme zu identifizieren, die f\u00fcr die Angst verantwortlich sind (kl\u00e4rungsorientierte Therapie). Diese \u2013 h\u00e4ufig unbewussten \u2013 Probleme werden in der Therapie dann bewusst gemacht (aufgearbeitete) und damit einer L\u00f6sung zugef\u00fchrt. Die Hypnose hat sich dabei sehr bew\u00e4hrt.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<div>\n<h2>&nbsp;<\/h2>\n<h2>Medizinische Therapie<\/h2>\n<\/div>\n<div>\n<div>Die Kombination der psychologischen Therapie mit medikament\u00f6ser Therapie ist vor allem bei stark ausgepr\u00e4gten \u00c4ngsten sinnvoll, um eine m\u00f6glichst rasche Erleichterung zu erreichen. Dabei hat sich die gemeinsame Therapieplanung mit dem behandelnden Arzt bew\u00e4hrt.<\/div>\n<div>Besonders bei mittelstarken bis starken \u00c4ngsten kann eine medikament\u00f6se Therapie oder die Einnahme von Aminos\u00e4uren eine deutliche Linderung der \u00c4ngste bewirken. Dadurch kann dann noch besser mit den psychologischen Methoden angesetzt werden.<\/div>\n<div>&nbsp;<\/div>\n<div>&nbsp;<\/div>\n<div>\n<div>\n<h2>Selbsthilfe- Strategien<\/h2>\n<\/div>\n<div>\n<div>\n<ul>\n<li>Informieren Sie sich m\u00f6glichst umfassend zum Thema Angst und Angstbehandlung. Je mehr Sie \u00fcber sich und die eigenen \u00c4ngste erfahren, umso besser k\u00f6nnen Sie damit umgehen.<\/li>\n<li>Achten Sie darauf, sich nicht zu isolieren und zur\u00fcckzuziehen. Die Vermeidung der \u00e4ngstigenden Situationen t\u00e4uscht nur eine vor\u00fcbergehende Erleichterung vor und f\u00fchrt zu einer Verschlimmerung der Beschwerden!<\/li>\n<li>Versuchen Sie nicht durch Beruhigungsmittel oder Alkohol die Angst zu reduzieren. Es besteht eine gro\u00dfe Gefahr der Abh\u00e4ngigkeit und langfristigen Verschlechterung der Beschwerden.<\/li>\n<li>Denken Sie daran, dass \u00c4ngste \u201enur\u201c \u00fcbersteigerte Stressreaktionen des K\u00f6rpers sind, die an sich nicht gef\u00e4hrlich sind.<\/li>\n<li>Tun Sie sich jeden Tag etwas Gutes, planen Sie angenehme Aktivit\u00e4ten, um sich abzulenken und wieder Energie zu tanken.<\/li>\n<li>Lernen Sie ein Entspannungstraining (Biofeedback, Atementspannung, etc.) und f\u00fchren Sie die Entspannung regelm\u00e4\u00dfig durch. Bei leichten Angstzust\u00e4nden kann bereits dadurch eine deutliche Besserung erreicht werden. Bei Panikattacken sollte Entspannung jedoch mit einer psychologischen Therapie kombiniert werden. Entspannung alleine kann bei einigen Personen mit Panikattacken durch die verst\u00e4rkte Wahrnehmung des K\u00f6rpers zun\u00e4chst auch Angst ausl\u00f6sen. Wenn man wei\u00df, wie die Entspannung am besten eingesetzt werden kann, wird die bestm\u00f6gliche Wirkung entfaltet.<\/li>\n<li>Wenn die Selbsthilfe-Strategien nicht den gew\u00fcnschten Erfolg erbringen, sollten Sie \u00fcberlegen, einen Klinischen Psychologen aufzusuchen. Je fr\u00fcher die psychologische Therapie ansetzt, umso rascher stellt sich der Erfolg ein. Eine Abkl\u00e4rung m\u00f6glicher organischer Ursachen sollte zu Beginn beim Hausarzt oder Facharzt erfolgen.<\/li>\n<\/ul>\n<h2>&nbsp;<\/h2>\n<h2>Ratgeber- Tipps:<\/h2>\n<p><a href=\"https:\/\/www.schmid-schmid.at\/blog\/produkt\/mein-weg-in-die-entspannung-ausgeglichen-beschwerdefrei-und-leistungsfaehig\">Mein Weg in die Entspannung von Dr. Norman Schmid (2013)<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.schmid-schmid.at\/blog\/produkt\/testprodukt\">Nicht immer denken. Die Kraft von Achtsamkeit, Stille und Konzentration (2014)<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.schmid-schmid.at\/blog\/produkt\/progressive-muskelentspannung-co-von-dr-norman-schmid-2012\">CD Progressive Muskelentspannung &amp; Co. von Dr. Norman Schmid (2012)<\/a><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von der gesunden und der krankhaften Angst Angst ist ein Teil unseres Lebens, der zwei Seiten aufweist. Auf der einen Seite sind \u00c4ngste \u00fcberlebenswichtig und bewahren uns davor, gef\u00e4hrliche Situationen aufzusuchen und unsere Gesundheit aufs Spiel zu setzen.Auf der anderen Seite k\u00f6nnen \u00c4ngste \u00fcberm\u00e4\u00dfig stark werden, ohne erkennbaren Grund auftreten und das Leben einschr\u00e4nken. Diese krankhaften \u00c4ngste stellen nicht nur eine erhebliche Belastung f\u00fcr die Betroffenen dar, sondern f\u00fchren auch zu weiteren Folgeproblemen im Privat- und Berufsleben. Es gilt somit, einen geeigneten Mittelweg zu finden, sich von den \u00c4ngsten nicht einschr\u00e4nken zu lassen, sondern die Angst als nat\u00fcrlichen Teil des Lebens zu verstehen, der uns sch\u00fctzt und auch Energie freisetzen kann. Gesunde \u00c4ngste Im Allgemeinen gibt es bestimmte Situationen, die h\u00e4ufig Angst ausl\u00f6sen, wohingegen andere kaum be\u00e4ngstigend sind. Im Sinne der sogenannten \u201epreparedness\u201c sind \u00c4ngste vor gro\u00dfen H\u00f6hen, engen R\u00e4umen, gro\u00dfen Hunden und Spinnen weit verbreitet. In der Evolution des Menschen sind diese \u00c4ngste eine wichtiger Bestandteil, um Gefahren zu vermeiden. Auch die nat\u00fcrliche Sorge bei k\u00f6rperlichen oder psychischen Beschwerden kann dazu beitragen, rechtzeitig den Arzt oder Psychologen aufzusuchen, um diese Symptome abkl\u00e4ren zu lassen und fr\u00fchzeitig mit einer geeigneten Behandlung zu beginnen. Krankhafte \u00c4ngste Etwa jeder 5. Mensch hat \u00c4ngste, die das Leben einschr\u00e4nken und die Lebensqualit\u00e4t beeintr\u00e4chtigen. Dazu geh\u00f6ren besonders Existenz\u00e4ngste, Angst unheilbar krank zu sein, Angst vor Kontrollverlust und Hilflosigkeit, Angst vor Einsamkeit und sozialer Isolierung, \u00fcberm\u00e4\u00dfige Sch\u00fcchternheit bis hin zur Angst vor sozialen Situationen, Angst nicht zu funktionieren oder nicht zu gen\u00fcgen, Angst Fehler zu machen, Angst vor Tieren, Angst vor Menschenansammlungen und \u00f6ffentlichen Pl\u00e4tzen, H\u00f6henangst und Platzangst. Diese \u00c4ngste sind gekennzeichnet durch \u00fcberm\u00e4\u00dfige k\u00f6rperliche Unruhe und Anspannung, kombiniert mit belastenden, negativen Gedanken. So kann ein Teufelskreis der Angst entstehen, bei dem zum Beispiel Herzrasen zu Angst vor einem Herzinfarkt f\u00fchrt, und dadurch in weiterer Folge das Herzrasen zunimmt. In einer psychophysiologischen Spirale (K\u00f6rper-Psyche-Kopplung) werden k\u00f6rperliche Anspannung und negative Gedanken weiter aufgeschaukelt, bis eine Panikattacke entsteht. Wenn bereits ein oder mehrmals solche Panikattacken aufgetreten sind, dann ist das Risiko f\u00fcr ein weiteres Auftreten erh\u00f6ht. Es entwickelt sich eine Sensiblisierung und negative Erwartungshaltung. Im Sinne der \u201esich-selbst\u2013erf\u00fcllenden-Prophezeiung\u201c schaukelt sich die Angst dann noch weiter auf. &nbsp; Die verschiedenen Gesichter der Angst: Angst\u00f6rungen &nbsp; Panikst\u00f6rung &#8211; Die Angst vor der Angst Die Panikst\u00f6rung \u2013 auch \u201eAngst vor der Angst\u201c genannt \u2013 \u00e4u\u00dfert sich durch wiederkehrende, unerwartet auftretende Panikattacken (Angstanf\u00e4lle), die durch eine Reihe von k\u00f6rperlichen Symptomen begleitet sind.Typischerweise treten innerhalb von wenigen Minuten starkes Herzklopfen, Druck auf der Brust, Schwitzen, Schwindel, Zittern, Kurzatmigkeit und andere Symptome auf, die oft so intensiv erlebt werden, dass die Angst vor einem Herzinfarkt oder umzufallen vorhanden ist (Todesangst). Nicht selten wird dann der Notarzt gerufen, wobei jedoch meist bereits das Eintreffen des Arztes zu einer Beruhigung f\u00fchrt und die Untersuchung im Allgemeinen keine k\u00f6rperliche Erkrankung ergibt. &nbsp; Bei Panikattacken kommt es zu einem Teufelskreis der Angst, der zu einer Aufschaukelung der Symptome f\u00fchrt. Der Beginn kann in k\u00f6rperlichen Symptomen, wie Herzrasen oder Schwindel liegen oder auch in Bef\u00fcrchtungen, wie &#8222;hoffentlich tritt keine [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[2],"tags":[15,30,42,107,108,109,110,111,112,113,114],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.schmid-schmid.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/37"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.schmid-schmid.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.schmid-schmid.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.schmid-schmid.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.schmid-schmid.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=37"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.schmid-schmid.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/37\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4260,"href":"https:\/\/www.schmid-schmid.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/37\/revisions\/4260"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.schmid-schmid.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=37"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.schmid-schmid.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=37"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.schmid-schmid.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=37"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}