{"id":3223,"date":"2019-12-06T19:14:55","date_gmt":"2019-12-06T18:14:55","guid":{"rendered":"https:\/\/www.schmid-schmid.at\/blog\/?p=3223"},"modified":"2020-03-18T10:40:28","modified_gmt":"2020-03-18T09:40:28","slug":"neurofeedback-ist-viel-mehr-als-placebo","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schmid-schmid.at\/blog\/aktuelles\/neurofeedback-ist-viel-mehr-als-placebo","title":{"rendered":"Neurofeedback ist viel mehr als Placebo!"},"content":{"rendered":"<p>Zusammenfassung von Dr. Norman Schmid<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.schmid-schmid.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/artificial-intelligence-3382507_1280.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-3238\" src=\"https:\/\/www.schmid-schmid.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/artificial-intelligence-3382507_1280-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"133\" srcset=\"https:\/\/www.schmid-schmid.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/artificial-intelligence-3382507_1280-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.schmid-schmid.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/artificial-intelligence-3382507_1280-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.schmid-schmid.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/artificial-intelligence-3382507_1280.jpg 1024w, https:\/\/www.schmid-schmid.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/artificial-intelligence-3382507_1280-600x400.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/><\/a><\/p>\n<p>In der wissenschaftlichen Literatur wird immer wieder die Frage gestellt, ob Neurofeedback ein high-tech-Placebo ist. Dazu gab es vor kurzem eine angeregte <strong>Diskussion auf Brain &#8211; Journal of Neurology<\/strong>. In einer Studie von <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1093\/brain\/awx011\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Schabus et al. (2017)\u00a0<\/a>an der Universt\u00e4t Salzburg zum Thema Neurofeedback bei Schlafst\u00f6rungen wurde eine SMR-Neurofeedback Gruppe mit einer Sham-Neurofeedback Gruppe verglichen. Bei letzterer wurden bei jeder Sitzung zuf\u00e4llige Frequenzen (aber nicht SMR) trainiert. Aus verschiedenen Vorstudien (auch von der Universit\u00e4t Salzburg) wurde die Wirkung von SMR-Neurofeedback (12-15Hz) zur F\u00f6rderung der Schlafqualit\u00e4t und der Konzentrationsleistung best\u00e4tigt. Bei der aktuellen Studie kam es zu einem Neurofeedback-Lerneffekt bei beiden Gruppen, jedoch zu keinem signifikanten Unterschied zwischen den Gruppen. Bedeutet das, dass Neurofeedback nicht wirkungsvoller als Placebo ist?<\/p>\n<p><strong>Neurofeedback ist viel mehr als Placebo<\/strong>. So sorgf\u00e4ltig die Studie von Schabus und Mitarbeitern durchgef\u00fchrt wurde, f\u00fchrt die Schlussfolgerung doch in die Irre, wie <strong><a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1093\/brain\/awy060\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Witte et al., 2018<\/a> als Replik in Brain<\/strong> zusammenfassen.<\/p>\n<p>Einf\u00fchrend ist wichtig festzuhalten, dass bisher viele <strong>methodisch sorgf\u00e4ltige Studien zu Neurofeedback<\/strong> bei verschiedenen St\u00f6rungen und Indikationen durchgef\u00fchrt wurden, die die <strong>Wirksamkeit best\u00e4tigt<\/strong> haben. Einen \u00dcberblick hat\u00a0Norman Schmid in der Pr\u00e4sentation\u00a0<a href=\"https:\/\/www.schmid-schmid.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Neurofeedbback-QEEG-und-Biofeedback-wann-macht-was-Sinn.-Schmid.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Neurofeedback, QEEG und Biofeedback &#8211; wann macht was Sinn.<\/a>\u00a0bei der Fachtagung Biofeedback und Neurofeedback Update 2019 in St. P\u00f6lten gegeben. Die Pr\u00e4sentation fasst die Ergebnisse der Arbeitsgruppe der American Association for Biofeedback and Psychophysiology (AAPB) von 2016 zusammen, die die Wirksamkeit f\u00fcr Biofeedback und Neurofeedback f\u00fcr verschiedene Indikationen untersuchte.<\/p>\n<p>Der Hauptkritikpunkt von Witte et al. (2018) betrifft die <strong>Definition von Placebo<\/strong>. Die urspr\u00fcngliche Definition von Placebo beschreibt unspezifische Effekte durch ein Leer-Pr\u00e4parat, ein Medikament, das keinen Inhaltsstoff hat. Neurofeedback hingegen beinhaltet deutliche psychologische Faktoren, wie Kontroll\u00fcberzeugungen, Lernstrategien und Motivation. Bei <strong>Selbstregulations-Therapien<\/strong>,\u00a0wie Neurofeedback, stellen diese Faktoren wesentliche Bestandteile dar und k\u00f6nnen <strong>keineswegs als Placebo bezeichnet<\/strong> werden. Placebo-Pillen sind passive Ma\u00dfnahmen, <strong>Neurofeedback hingegen ist eine sehr aktive Therapiemethode<\/strong>, die nur durch die Mitarbeit des Patienten eine Wirkung entfalten kann. Placebo stellt nur eine simple Form des Lernens dar, wie eine klassische Konditionierung (zur Erinnerung: Pawlow\u00b4scher Hund, der nach mehrmaliger Kopplung von Essen und Glocke mit einem Speichelfluss auch alleine auf die Glocke reagiert.).<\/p>\n<p>Ein Sham-Neurofeedback mit der Auswahl von verschiedenen EEG-Frequenzen hat wesentliche Gemeinsamkeiten zu einem echten Neurofeedback: ein aktiver Lernprozess, die Erarbeitung einer Strategie, das Erfolgserlebnis bei willentlicher Kontrolle. Witte et al. konnten in eigenen Studien zeigen, dass das Kontroll-Netzwerk im Gehirn, das f\u00fcr den Neurofeedback Lernerfolg verantwortlich ist, bei echtem Neurofeedack und Sham-Neurofeedback eine hohe \u00dcberlappung aufweist. Das bedeutet, dass bislang eine klare Unterscheidung der neuronalen Prozesse nicht m\u00f6glich ist; zu komplex ist das menschliche Gehirn. <strong>Neurofeedback, unabh\u00e4ngig von den Frequenzen, aktiviert die Selbstregulation<\/strong> mit all den positiven Konsequenzen, die wir bei einem Therapieverfahren erwarten.<\/p>\n<p>Weiters ist an der Aussage von Schabus et al. zu kritisieren, dass ein mangelhafter Effekt bei den EEG-Messungen vorhanden war, im besonderen kein Anstieg von SMR (12-15Hz) \u00fcber verschiedene Sitzungen. Witte et al. konnten jedoch in verschiedenen Studien eine EEG-Selbstkontrolle innerhalb der Sitzungen best\u00e4tigen. Das bedeutet, dass die Patienten eine Selbstregulation des EEG lernten. Diese <strong>unmittelbare Regulationsf\u00e4higkeit, genau dann, wenn es f\u00fcr eine Aufgabe erforderlich ist<\/strong>, wird als zentraler Lerneffekt bewertet. &#8222;&#8230; we propose that the nature of neurofeedback learning is reflected in achieving an immediate regulation ability.&#8220; (Witte et al., 2018) Und weiter: &#8222;What neurofeedback users might learnist to quickly self-regulate brain activations with less conscious cognitive effort.&#8220;<\/p>\n<p>In der <strong>eigenen praktischen Arbeit mit Biofeedback \u00fcber mehr als 25 Jahre und mit Neurofeedback seit 13 Jahren<\/strong> k\u00f6nnen die Ausf\u00fchrungen von Witte et al. best\u00e4tigt werden. Besonders bei Neurofeedback zeigt sich h\u00e4ufig ein Lerneffekt innerhalb der Sitzungen, das bedeutet, dass die Patienten lernen, ihre Gehirnwellen (Theta, SMR, Alpha, Beta) zu kontrollieren und in Richtung des Ziels zu ver\u00e4ndern. Ein Lerneffekt \u00fcber die Sitzungen ist insofern vorhanden, als die Gehirnwellen rascher und deutlicher kontrolliert werden k\u00f6nnen. Die Baseline (der Ruhezustand vor dem Training) weist h\u00e4ufig keinen Unterschied auf. <strong>Die Patienten berichten jedoch, dass es ihnen gelingt, sich in den Situationen des Alltags besser kontrollieren zu k\u00f6nnen.<\/strong> Bei ADHS ist dies eine bessere Konzentrationsf\u00e4higkeit mit Reduktion von Theta (4-8Hz), bei \u00c4ngsten eine Reduktion von Unruhe und Gedankenkreisen mit Verminderung von hiBeta (21-30Hz), bei Burnout eine F\u00f6rderung von Ruhe und Gelassenheit mit Erh\u00f6hung von Alpha (8-12Hz), um nur einige zu nennen.<\/p>\n<p>Weiters muss ber\u00fccksichtigt werden, dass bei wissenschaftlichen Studien ein allgemeines Vorgehen f\u00fcr alle Probanden verwendet wird (eine Methode f\u00fcr alle). &#8222;One size fits all&#8220; ist jedoch therapeutisch nicht sinnvoll und nat\u00fcrlich auch nicht mehr zeitgem\u00e4\u00df, sprechen wir doch mittlerweile von einer <strong>personalisierten Medizin und Therapie<\/strong>. In der Praxis verwenden wir ein individualisiertes, ma\u00dfgeschneidertes Vorgehen (&#8222;personalisierte Therapie&#8220;. Bei Neurofeedback wird hier besonders das <strong>QEEG<\/strong> (quantitatives EEG) verwendet, mit dem es m\u00f6glich ist, individuelle Auff\u00e4lligkeiten festzustellen und den Neurofeedback-Therapieplan entsprechend anzupassen. Die Praxis zeigt dadurch eine deutlich <strong>h\u00f6here Wirksamkeit und auch einen schnelleren Lerneffekt<\/strong>. Waren fr\u00fcher mehr als 40 Einheiten Neurofeedback bei ADHS keine Seltenheit, sind mit entsprechender Diagnostik und ma\u00dfgeschneiderter Therapie oftmals innerhalb von 15-20 Einheiten sehr gute Therapieerfolge vorhanden.<\/p>\n<p>Zusammengefasst ist Neurofeedback deutlich mehr als Placebo!<\/p>\n<p>Weitere Infos:<\/p>\n<blockquote class=\"wp-embedded-content\" data-secret=\"eBVigaUmvu\"><p><a href=\"https:\/\/www.schmid-schmid.at\/blog\/therapien-und-loesungen\/neurofeedback\">Neurofeedback<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><iframe class=\"wp-embedded-content\" sandbox=\"allow-scripts\" security=\"restricted\" style=\"position: absolute; clip: rect(1px, 1px, 1px, 1px);\" title=\"&#8222;Neurofeedback&#8220; &#8212; Dr.Schmid &amp; Dr. Schmid\" src=\"https:\/\/www.schmid-schmid.at\/blog\/therapien-und-loesungen\/neurofeedback\/embed#?secret=KPECMQiWAy#?secret=eBVigaUmvu\" data-secret=\"eBVigaUmvu\" width=\"600\" height=\"338\" frameborder=\"0\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" scrolling=\"no\"><\/iframe><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<blockquote class=\"wp-embedded-content\" data-secret=\"fzVkp5Pfyx\"><p><a href=\"https:\/\/www.schmid-schmid.at\/blog\/aktuelles\/qeeg-assessment-und-brainmapping-analyse\">QEEG-Assessment und Brainmapping-Analyse<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><iframe class=\"wp-embedded-content\" sandbox=\"allow-scripts\" security=\"restricted\" style=\"position: absolute; clip: rect(1px, 1px, 1px, 1px);\" title=\"&#8222;QEEG-Assessment und Brainmapping-Analyse&#8220; &#8212; Dr.Schmid &amp; Dr. Schmid\" src=\"https:\/\/www.schmid-schmid.at\/blog\/aktuelles\/qeeg-assessment-und-brainmapping-analyse\/embed#?secret=nocNP8lLGC#?secret=fzVkp5Pfyx\" data-secret=\"fzVkp5Pfyx\" width=\"600\" height=\"338\" frameborder=\"0\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" scrolling=\"no\"><\/iframe><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<blockquote class=\"wp-embedded-content\" data-secret=\"EIVbflsUw5\"><p><a href=\"https:\/\/www.schmid-schmid.at\/blog\/aktuelles\/fachtagung-biofeedback-und-neurofeedback-update-2019\">Fachtagung Biofeedback und Neurofeedback Update 2019<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><iframe class=\"wp-embedded-content\" sandbox=\"allow-scripts\" security=\"restricted\" style=\"position: absolute; clip: rect(1px, 1px, 1px, 1px);\" title=\"&#8222;Fachtagung Biofeedback und Neurofeedback Update 2019&#8220; &#8212; Dr.Schmid &amp; Dr. Schmid\" src=\"https:\/\/www.schmid-schmid.at\/blog\/aktuelles\/fachtagung-biofeedback-und-neurofeedback-update-2019\/embed#?secret=NAFFuKYLGS#?secret=EIVbflsUw5\" data-secret=\"EIVbflsUw5\" width=\"600\" height=\"338\" frameborder=\"0\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" scrolling=\"no\"><\/iframe><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<blockquote class=\"wp-embedded-content\" data-secret=\"wzGbKQWFg8\"><p><a href=\"https:\/\/www.schmid-schmid.at\/blog\/aktuelles\/curriculum-zertifizierter-neurofeedback-therapeut\">Neurofeedback Curriculum &#8211; in Pr\u00e4senz und als Webinar<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><iframe class=\"wp-embedded-content\" sandbox=\"allow-scripts\" security=\"restricted\" style=\"position: absolute; clip: rect(1px, 1px, 1px, 1px);\" title=\"&#8222;Neurofeedback Curriculum &#8211; in Pr\u00e4senz und als Webinar&#8220; &#8212; Dr.Schmid &amp; Dr. Schmid\" src=\"https:\/\/www.schmid-schmid.at\/blog\/aktuelles\/curriculum-zertifizierter-neurofeedback-therapeut\/embed#?secret=a0G8X9s4jZ#?secret=wzGbKQWFg8\" data-secret=\"wzGbKQWFg8\" width=\"600\" height=\"338\" frameborder=\"0\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" scrolling=\"no\"><\/iframe><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zusammenfassung von Dr. Norman Schmid In der wissenschaftlichen Literatur wird immer wieder die Frage gestellt, ob Neurofeedback ein high-tech-Placebo ist. Dazu gab es vor kurzem eine angeregte Diskussion auf Brain &#8211; Journal of Neurology. In einer Studie von Schabus et al. (2017)\u00a0an der Universt\u00e4t Salzburg zum Thema Neurofeedback bei Schlafst\u00f6rungen wurde eine SMR-Neurofeedback Gruppe mit einer Sham-Neurofeedback Gruppe verglichen. Bei letzterer wurden bei jeder Sitzung zuf\u00e4llige Frequenzen (aber nicht SMR) trainiert. Aus verschiedenen Vorstudien (auch von der Universit\u00e4t Salzburg) wurde die Wirkung von SMR-Neurofeedback (12-15Hz) zur F\u00f6rderung der Schlafqualit\u00e4t und der Konzentrationsleistung best\u00e4tigt. Bei der aktuellen Studie kam es zu einem Neurofeedback-Lerneffekt bei beiden Gruppen, jedoch zu keinem signifikanten Unterschied zwischen den Gruppen. Bedeutet das, dass Neurofeedback nicht wirkungsvoller als Placebo ist? Neurofeedback ist viel mehr als Placebo. So sorgf\u00e4ltig die Studie von Schabus und Mitarbeitern durchgef\u00fchrt wurde, f\u00fchrt die Schlussfolgerung doch in die Irre, wie Witte et al., 2018 als Replik in Brain zusammenfassen. Einf\u00fchrend ist wichtig festzuhalten, dass bisher viele methodisch sorgf\u00e4ltige Studien zu Neurofeedback bei verschiedenen St\u00f6rungen und Indikationen durchgef\u00fchrt wurden, die die Wirksamkeit best\u00e4tigt haben. Einen \u00dcberblick hat\u00a0Norman Schmid in der Pr\u00e4sentation\u00a0Neurofeedback, QEEG und Biofeedback &#8211; wann macht was Sinn.\u00a0bei der Fachtagung Biofeedback und Neurofeedback Update 2019 in St. P\u00f6lten gegeben. Die Pr\u00e4sentation fasst die Ergebnisse der Arbeitsgruppe der American Association for Biofeedback and Psychophysiology (AAPB) von 2016 zusammen, die die Wirksamkeit f\u00fcr Biofeedback und Neurofeedback f\u00fcr verschiedene Indikationen untersuchte. Der Hauptkritikpunkt von Witte et al. (2018) betrifft die Definition von Placebo. Die urspr\u00fcngliche Definition von Placebo beschreibt unspezifische Effekte durch ein Leer-Pr\u00e4parat, ein Medikament, das keinen Inhaltsstoff hat. Neurofeedback hingegen beinhaltet deutliche psychologische Faktoren, wie Kontroll\u00fcberzeugungen, Lernstrategien und Motivation. Bei Selbstregulations-Therapien,\u00a0wie Neurofeedback, stellen diese Faktoren wesentliche Bestandteile dar und k\u00f6nnen keineswegs als Placebo bezeichnet werden. Placebo-Pillen sind passive Ma\u00dfnahmen, Neurofeedback hingegen ist eine sehr aktive Therapiemethode, die nur durch die Mitarbeit des Patienten eine Wirkung entfalten kann. Placebo stellt nur eine simple Form des Lernens dar, wie eine klassische Konditionierung (zur Erinnerung: Pawlow\u00b4scher Hund, der nach mehrmaliger Kopplung von Essen und Glocke mit einem Speichelfluss auch alleine auf die Glocke reagiert.). Ein Sham-Neurofeedback mit der Auswahl von verschiedenen EEG-Frequenzen hat wesentliche Gemeinsamkeiten zu einem echten Neurofeedback: ein aktiver Lernprozess, die Erarbeitung einer Strategie, das Erfolgserlebnis bei willentlicher Kontrolle. Witte et al. konnten in eigenen Studien zeigen, dass das Kontroll-Netzwerk im Gehirn, das f\u00fcr den Neurofeedback Lernerfolg verantwortlich ist, bei echtem Neurofeedack und Sham-Neurofeedback eine hohe \u00dcberlappung aufweist. Das bedeutet, dass bislang eine klare Unterscheidung der neuronalen Prozesse nicht m\u00f6glich ist; zu komplex ist das menschliche Gehirn. Neurofeedback, unabh\u00e4ngig von den Frequenzen, aktiviert die Selbstregulation mit all den positiven Konsequenzen, die wir bei einem Therapieverfahren erwarten. Weiters ist an der Aussage von Schabus et al. zu kritisieren, dass ein mangelhafter Effekt bei den EEG-Messungen vorhanden war, im besonderen kein Anstieg von SMR (12-15Hz) \u00fcber verschiedene Sitzungen. Witte et al. konnten jedoch in verschiedenen Studien eine EEG-Selbstkontrolle innerhalb der Sitzungen best\u00e4tigen. Das bedeutet, dass die Patienten eine Selbstregulation des EEG lernten. Diese unmittelbare Regulationsf\u00e4higkeit, genau dann, wenn [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":6,"featured_media":3238,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[16,18,50,211,269,270],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.schmid-schmid.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3223"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.schmid-schmid.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.schmid-schmid.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.schmid-schmid.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/6"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.schmid-schmid.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3223"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.schmid-schmid.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3223\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3318,"href":"https:\/\/www.schmid-schmid.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3223\/revisions\/3318"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.schmid-schmid.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/3238"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.schmid-schmid.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3223"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.schmid-schmid.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3223"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.schmid-schmid.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3223"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}