{"id":1653,"date":"2015-11-19T18:01:50","date_gmt":"2015-11-19T17:01:50","guid":{"rendered":"https:\/\/www.schmid-schmid.at\/blog\/?p=1653"},"modified":"2015-12-01T10:36:18","modified_gmt":"2015-12-01T09:36:18","slug":"die-kraft-aus-der-krise-resilienz-und-neurofeedback","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schmid-schmid.at\/blog\/aktuelles\/die-kraft-aus-der-krise-resilienz-und-neurofeedback","title":{"rendered":"Die Kraft aus der Krise: Resilienz und Neurofeedback"},"content":{"rendered":"<p><em>Wie Belastungen verarbeitet werden.<\/em><br \/>\n<em><span style=\"line-height: 1.6471;\">Mit Resilienz Krisen bew\u00e4ltigen.<br \/>\nNeurofeedback um den Angstw\u00e4chter zu normalisieren.<\/span><\/em><\/p>\n<p>aus: <em>&#8222;Die Kraft aus der Krise&#8220;, Die Zeit &#8211; Wissen No 45, 5. November 2015<br \/>\n<\/em>siehe auch<em>: Bonnano (2010).\u00a0Weighing the Costs of Disaster: Consequences, Risks, and Resilience in Individuals, Families, and Communities (Internet-Link siehe unten)<\/em><\/p>\n<p>Warum zerbrechen manche Personen an Schicksalsschl\u00e4gen, w\u00e4hrend andere daran wachsen? Diesem Thema hat sich <em>Die\u00a0Zeit-Wissen<\/em>\u00a0vom 5.11.2015 zugewandt.<br \/>\nAnhand verschiedener Personen und Schicksalsschl\u00e4ge, wie dem <em>Wetten dass&#8230;?<\/em> Teilnehmer Samuel Koch, der bei seiner Wette verungl\u00fcckt ist und seitdem querschnittsgel\u00e4hmt ist, oder Wolfgang Sch\u00e4uble, der 1990 von einem T\u00e4ter angeschossen wurde und seitdem an einen Rollstuhl angewiesen ist, hat sich der Artikel dem Thema Resilienz angen\u00e4hert. Der Begriff Resilienz, der aus dem englischen kommt und eigentlich in der Materialkunde verwendet wird, bezeichnet Spannkraft und Belastbarkeit. Seit einigen Jahren hat sich der Resilienz-Begriff aber auch in der Psychologie einer wachsenden Beliebtheit erfreut und wird seitdem in Workshops und Seminare f\u00fcr gestresste Manager und Mitarbeiter eingesetzt. Es geht darum, die Menschen widerstandsf\u00e4higer und robuster zu machen. Also eine neue Variante des guten alten Stressmanagement, wobei fr\u00fcher das Augenmerk auf die verschiedenen Stressbedingungen &#8211; Faktoren von au\u00dfen und Pers\u00f6nlichkeitsmerkmale &#8211; gelegt wurde und sich mit Resilienz der Fokus noch st\u00e4rker auf das Individuum verschoben hat. Also mehr Verantwortung dem Einzelnen gegen\u00fcber. Das ist einerseits positiv durch die St\u00e4rkung der Person und die M\u00f6glichkeiten, die jeder einzelne im Umgang mit Stress und Belastungen hat. Andererseits wird aber dadurch allzu gerne darauf vergessen, dass erst viele Arbeitsbedingungen zu Belastungen und Stressbeschwerden f\u00fchren. Es ist somit nicht sinnvoll, nur an der Robustheit der Person anzusetzen, w\u00e4hrend gleichzeitig alle Belastungsfaktoren von au\u00dfen unver\u00e4ndert bleiben. Das w\u00e4re wie bei Don Quijote der Kampf gegen Windm\u00fchlen, wo die st\u00e4rkste R\u00fcstung keinen Erfolg erbringen kann.<br \/>\nSo muss auch das Resilienz-Thema kritisch betrachtet werden. Ein Ja zur St\u00e4rkung der eigenen Person, aber mit der Erg\u00e4nzung der sorgf\u00e4ltigen Analyse der Stress-Bedingungen von au\u00dfen. Erst wenn auch diese ver\u00e4ndert werden, kann eine nachhaltige Stressreduktion und F\u00f6rderung von Gesundheit und Wohlbefinden erreicht werden.<\/p>\n<h3>Vier Typen der Verarbeitung von extremen Belastungen<\/h3>\n<p>Was Menschen resilient, also robust gegen Schicksalsschl\u00e4ge macht, wird bereits seit vielen Jahren untersucht, unter anderem vom New Yorker Psychologen George Bonnano, der die Verarbeitung von \u00dcberlebenden des 11. September 2011 des World Trade Center analysierte. Eine Gruppe entwickelte Depressionen, Angstst\u00f6rungen, und andere Symptome eine Gruppe zeigte anf\u00e4ngliche Stresssymptome, erholte sich jedoch relativ rasch und war nach zwei Jahren psychisch gesund. Eine dritte Gruppe entwickelte nach Monaten eine posttraumatische Belastungsst\u00f6rung. Und schlie\u00dflich gab es die Resilienten, die den Terroranschlag ohne pathologische Folgen verarbeitet hatten.<br \/>\nVier Gruppen werden unterschieden:<br \/>\nTyp 1: Die Chronischen<br \/>\nTyp 2: Die Erholten<br \/>\nTyp 3: Die Verz\u00f6gerten<br \/>\nTyp 4: Die Resilienten<\/p>\n<p>Artikel unter:\u00a0<a href=\"http:\/\/www.tc.columbia.edu\/i\/a\/document\/16907_2010_Bonanno_Brewin_Kaniasty_La_Greca_PSPI.pdf\" target=\"_blank\">Bonnano (2010). Weighing the Costs of Disaster: Consequences, Risks, and Resilience in Individuals, Families, and Communities<\/a><\/p>\n<h3>Mit\u00a0Neurofeedback aus der Krise<\/h3>\n<p>Die israelische Psychiaterin und Hirnforscherin Talma Hendler aus Tel Aviv besch\u00e4ftigt sich mit der Frage, wie Soldaten auf den Umgang mit Kriegstraumata vorbereitet werden k\u00f6nnen. Dabei spielt die Amygdala (der \u00a0Mandelkern) als Teil des limbischen Systems eine besondere Bedeutung bei der emotionalen Verarbeitung belastender Situationen. Wenn eine Situation als bedrohlich erlebt wird, schl\u00e4gt die Amygdala Alarm und f\u00fchrt zu einer entsprechenden Stressreaktion in Gehrin und K\u00f6rper. Bei PTSD &#8211; der posttraumatischen Belastungsst\u00f6rung &#8211; kommt es zu einer \u00fcberm\u00e4\u00dfigen Sensibilisierung und somit zu &#8222;Fehlalarmen&#8220; auch bei harmlosen Ereignissen. Der &#8222;Angstw\u00e4chter&#8220; kann dann nicht mehr zwischen normalen und bedrohlichen Informationen unterscheiden.<br \/>\nUm den &#8222;Angstw\u00e4chter&#8220; wieder in seine normale Funktion zu bringen, lernten die Soldaten mit Neurofeedback ihre Gehirnwellen zu kontrollieren und die Amygdala zu beruhigen. In Test zeigten sich nach dem Neurofeedback-Training mehr Gelassenheit im Angesicht von Bedrohungen.<br \/>\nSomit stellt Neurofeedback eine vielversprechende Therapie zur Vorbeugung und Behandlung von Stressbelastungen dar.<\/p>\n<p><strong>Weitere Infos zu Neurofeedback:<\/strong><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.schmid-schmid.at\/blog\/therapien-und-loesungen\/neurofeedback\">Neurofeedback &#8211; die Gehirwellen kontrollieren<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.schmid-schmid.at\/blog\/workshops-und-veranstaltungen\/curriculum-zertifizierter-neurofeedback-therapeut\" target=\"_blank\">Das Neurofeedback-Curriculum<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie Belastungen verarbeitet werden. Mit Resilienz Krisen bew\u00e4ltigen. Neurofeedback um den Angstw\u00e4chter zu normalisieren. aus: &#8222;Die Kraft aus der Krise&#8220;, Die Zeit &#8211; Wissen No 45, 5. November 2015 siehe auch: Bonnano (2010).\u00a0Weighing the Costs of Disaster: Consequences, Risks, and Resilience in Individuals, Families, and Communities (Internet-Link siehe unten) Warum zerbrechen manche Personen an Schicksalsschl\u00e4gen, w\u00e4hrend andere daran wachsen? Diesem Thema hat sich Die\u00a0Zeit-Wissen\u00a0vom 5.11.2015 zugewandt. Anhand verschiedener Personen und Schicksalsschl\u00e4ge, wie dem Wetten dass&#8230;? Teilnehmer Samuel Koch, der bei seiner Wette verungl\u00fcckt ist und seitdem querschnittsgel\u00e4hmt ist, oder Wolfgang Sch\u00e4uble, der 1990 von einem T\u00e4ter angeschossen wurde und seitdem an einen Rollstuhl angewiesen ist, hat sich der Artikel dem Thema Resilienz angen\u00e4hert. Der Begriff Resilienz, der aus dem englischen kommt und eigentlich in der Materialkunde verwendet wird, bezeichnet Spannkraft und Belastbarkeit. Seit einigen Jahren hat sich der Resilienz-Begriff aber auch in der Psychologie einer wachsenden Beliebtheit erfreut und wird seitdem in Workshops und Seminare f\u00fcr gestresste Manager und Mitarbeiter eingesetzt. Es geht darum, die Menschen widerstandsf\u00e4higer und robuster zu machen. Also eine neue Variante des guten alten Stressmanagement, wobei fr\u00fcher das Augenmerk auf die verschiedenen Stressbedingungen &#8211; Faktoren von au\u00dfen und Pers\u00f6nlichkeitsmerkmale &#8211; gelegt wurde und sich mit Resilienz der Fokus noch st\u00e4rker auf das Individuum verschoben hat. Also mehr Verantwortung dem Einzelnen gegen\u00fcber. Das ist einerseits positiv durch die St\u00e4rkung der Person und die M\u00f6glichkeiten, die jeder einzelne im Umgang mit Stress und Belastungen hat. Andererseits wird aber dadurch allzu gerne darauf vergessen, dass erst viele Arbeitsbedingungen zu Belastungen und Stressbeschwerden f\u00fchren. Es ist somit nicht sinnvoll, nur an der Robustheit der Person anzusetzen, w\u00e4hrend gleichzeitig alle Belastungsfaktoren von au\u00dfen unver\u00e4ndert bleiben. Das w\u00e4re wie bei Don Quijote der Kampf gegen Windm\u00fchlen, wo die st\u00e4rkste R\u00fcstung keinen Erfolg erbringen kann. So muss auch das Resilienz-Thema kritisch betrachtet werden. Ein Ja zur St\u00e4rkung der eigenen Person, aber mit der Erg\u00e4nzung der sorgf\u00e4ltigen Analyse der Stress-Bedingungen von au\u00dfen. Erst wenn auch diese ver\u00e4ndert werden, kann eine nachhaltige Stressreduktion und F\u00f6rderung von Gesundheit und Wohlbefinden erreicht werden. Vier Typen der Verarbeitung von extremen Belastungen Was Menschen resilient, also robust gegen Schicksalsschl\u00e4ge macht, wird bereits seit vielen Jahren untersucht, unter anderem vom New Yorker Psychologen George Bonnano, der die Verarbeitung von \u00dcberlebenden des 11. September 2011 des World Trade Center analysierte. Eine Gruppe entwickelte Depressionen, Angstst\u00f6rungen, und andere Symptome eine Gruppe zeigte anf\u00e4ngliche Stresssymptome, erholte sich jedoch relativ rasch und war nach zwei Jahren psychisch gesund. Eine dritte Gruppe entwickelte nach Monaten eine posttraumatische Belastungsst\u00f6rung. Und schlie\u00dflich gab es die Resilienten, die den Terroranschlag ohne pathologische Folgen verarbeitet hatten. Vier Gruppen werden unterschieden: Typ 1: Die Chronischen Typ 2: Die Erholten Typ 3: Die Verz\u00f6gerten Typ 4: Die Resilienten Artikel unter:\u00a0Bonnano (2010). Weighing the Costs of Disaster: Consequences, Risks, and Resilience in Individuals, Families, and Communities Mit\u00a0Neurofeedback aus der Krise Die israelische Psychiaterin und Hirnforscherin Talma Hendler aus Tel Aviv besch\u00e4ftigt sich mit der Frage, wie Soldaten auf den Umgang mit Kriegstraumata vorbereitet werden k\u00f6nnen. 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