Fallbeispiel Burnout

Fallbeispiel Frau Österreicher:

Frau Österreicher ist 45 Jahre alt und als Krankenschwester in einem Pflegeheim beschäftigt. Sie ist verheiratet und hat zwei jugendliche Kinder.


Folgende Beschwerden sind vorhanden:
  • Schlafbeschwerden
  • negative Gedanken
  • Widerwillen in die Arbeit zu gehen
  • Angst vor Fehlern
  • Konflikte mit Arbeits-Kolleginnen, da diese nicht so perfektionistisch sind
  • psychosomatische Beschwerden (Kopfschmerzen, Verdauungsprobleme)

Die psychologische Analyse ergibt folgende Persönlichkeitsmerkmale, die das Risiko für Burnout erhöhen:
  • Perfektionismus
  • mangelhafte Distanzierungsfähigkeit (nimmt die Probleme mit nach Hause)
  • zuwenig Ruhe und Erholung
  • zuwenig Erfolgserleben im Beruf
  • keine Hobbys

Äußere Einflüsse, die ungünstig sind:
  • fehlende Anerkennung im Beruf
  • schlechtes Team-Klima
  • Unterbesetzung, häufige Krankenstände der Kolleginnen
  • Überlastung in der Arbeit
  • Fehlende Unterstützung zu Hause
  • gehäufte Todesfälle im Familien- und Freundeskreis

Therapieprogramm mit folgenden Schwerpunkten:
  • Work-life-balance: Belastungen reduzieren und Ressourcen aktivieren
  • Entspannungstraining mit Progressiver Muskelentspannung
  • Biofeedback
  • Kognitive Therapie (negative Gedankenmuster ändern)
  • Aktivierung (Hobbys, mit Freunden treffen)
  • lernen, sich selbst abzugrenzen
  • auf eigene Bedürfnisse achten
Die Therapie dauerte 12 Einheiten, zunächst 1mal pro Woche, dann alle 2 bzw. alle 3 Wochen. Ziel war, die gelernten Strategien möglichst gut im Alltag einsetzen zu können. Nach der Therapie war Frau Österreicher nahezu beschwerdefrei.


Wirksamkeit der psychologischen Behandlung:
  • Schlaf ist wieder erholsam
  • keine Tagesmüdigkeit mehr
  • wieder Freude an der Arbeit
  • kann Konflikte mit Kolleginnen ansprechen
  • hat gelernt, sich besser abzugrenzen
  • Hobbys wurden aktiviert